Macht verpflichtet

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In ihrem Jahresbericht kritisiert die Ombudsfrau nicht nur die Polizei. Mehrfach sei die Ombudsstelle im vergangenen Jahr mit Beschwerden konfrontiert gewesen, in denen sie «ein schwerfälliges Verhalten der Verwaltung und Behörden» festgestellt habe. Sie fordert, die Verwaltung müsse sich bewusst werden, dass sie nicht nur einen Wissensvorsprung gegenüber der Bevölkerung habe, sondern auch eine Machtposition, «die zu grosser Verantwortung verpflichtet». Schliesslich hätten die Bürgerinnen und Bürger in aller Regel keine Ausweichmöglichkeit: «An der Verwaltung kommt niemand vorbei.»

In einem Fall etwa wollte das Bevölkerungsamt einer Holländerin keine Wohnsitzbestätigung ausstellen. Grund war, dass Ehemann und Kinder im Jahr 2015 nach Holland übersiedelten, während die Frau aus beruflichen Gründen in Zürich angemeldet blieb. Das jedenfalls glaubte sie. Was sie nicht wusste: Der damalige Vermieter hatte der Stadt vorschriftsgemäss mitgeteilt, dass die Familie die gemeinsame Wohnung aufgegeben habe. Und da die Frau in jener Zeit keine eigene Wohnung mehr hatte, sondern bei Freunden oder im Hotel nächtigte, meldete sie auch niemand neu an.

Als die Frau definitiv nach Holland zu ihrer Familie zog und das Bevölkerungsamt um eine Wohnsitzbestätigung bat, erfuhr sie, dass sie seit 2015 als abgemeldet galt. Und das sei leider nicht zu ändern. Nur: Die Frau brauchte die Wohnsitzbestätigung, um sich in Holland bei einer Krankenkasse anmelden zu können. Erst auf Intervention der Ombudsstelle erklärte sich das Amt bereit, das Dossier der Frau zu prüfen und eine Bestätigung auszustellen.

Erstellt: 17.05.2018, 08:05 Uhr

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