«Man muss nicht Noser wählen, um Köppel zu verhindern»

Das Duo Jositsch/Noser hat gemäss TA-Umfrage gute Chancen auf weitere vier Jahre im Ständerat. So reagiert die Konkurrenz.

Ruedi Noser und Roger Köppel während eines Wahlpodiums in Winterthur vom 17. September.

Ruedi Noser und Roger Köppel während eines Wahlpodiums in Winterthur vom 17. September. Bild: Marc Dahinden

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Vieles deutet darauf hin, das «Nositsch» nochmals für vier Jahre ins Stöckli ziehen. Die amtierenden Zürcher Ständeräte Daniel Jositsch (SP) und Ruedi Noser (FDP) inszenieren sich im aktuellen Wahlkampf als eingeschweisstes Team.

Das scheint bei den Wählerinnen und Wählern zu ziehen, wie die aktuelle TA-Umfrage zeigt: Demnach könnte sich Jositsch wohl zurücklehnen. Die Chancen stehen gut, dass er bereits im ersten Wahlgang gewählt wird. «Ich freue mich über das Ergebnis der Wahlbefragung, meine aber, dass es mit Vorsicht zu geniessen ist», sagt der SP-Ständerat. Entscheidend sei das Ergebnis am 20. Oktober. «Ich werde meinen Wahlkampf weiterhin mit vollem Einsatz führen.»

«Jositsch und ich haben viel erreicht.»Ruedi Noser, Ständerat FDP

Noser, der gemäss Umfrage in einen zweiten Wahlgang müsste, dann aber wohl gewählt würde, bläst ins gleiche Horn: Es freue ihn, dass so viele Zürcherinnen und Zürcher seine Arbeit in Bern schätzen würden. «Daniel Jositsch und ich haben in den letzten vier Jahren viel für den Kanton Zürich erreicht», sagt der FDP-Ständerat. Die vielen linken Stimmen erklärt sich Noser durch eine konsequente Politik, auch betreffend Umwelt. Er verweist etwa auf die neu erarbeiteten Klimaziele des Ständerats, die etwa eine Flugticketabgabe voraussehen – das habe viele Wähler überzeugt.

«Personenkult» um Jositsch und Noser

Die Grüne Marionna Schlatter, die gemäss Wahlumfrage noch deutlich zurückliegt, stört sich am Personenkult, der um das aktuelle Ständerats-Duo gemacht werde. Es gäbe auch andere Kandidatinnen, die in Bern gut zusammenarbeiten könnten. Es sei jetzt wichtig, dass die links-grünen Wähler nach ihren politischen Überzeugungen wählen und nicht aus wahltaktischer Überlegung. «Man muss nicht Noser wählen, um Köppel zu verhindern», sagt Schlatter.

«Im Gegensatz zu Köppel und Moser habe ich mein Potenzial noch nicht ausgeschöpft.»Marionna Schlatter, Kantonsrätin Grüne

«Der Wahlkampf hat eben erst begonnen», sagt Schlatter. Es ständen noch genügend Auftritte an – etwa heute Abend in der SRF-Arena –, um die Wählerinnen und Wähler zu überzeugen. Die grüne Welle sei noch nicht verebbt, wie es gewisse Leute prophezeihen würden. Umfragen vor dem eigentlichen Wahlkampf seien vor allem Abbild des Bekanntheitsgrads. «Hier habe ich gegenüber den Bisherigen noch aufzuholen. Im Gegensatz zu Köppel und Moser habe ich mein Potenzial noch nicht ausgeschöpft», sagt Schlatter.

«Keine Verhinderungswahl»

«Die Umfrage zeigt für mich klar, dass ich meinen Wahlkampf bis zum 17. November ausrichten muss», sagt die Grünliberale Tiana Angelina Moser, die zurzeit klar hinter Noser auf dem dritten Platz liegt. Am 17. November findet der zweite Wahlgang statt. Einerseits sei sie unter den ersten vier die einzige Frau und die einzige Kandidatin unter 50, sagt Moser. Andererseits höre sie teilweise, dass sie mit ihrer Kandidatur Roger Köppel zur Wahl verhelfen könnte. «Die Umfrage zeigt deutlich, dass das nicht der Fall sein wird.»

Die Umfrage habe gezeigt, dass der SVP-Kandidat keine ernsthafte Gefahr darstellt und ausserhalb seiner Partei kaum Stimmen holt, sagt auch Marionna Schlatter. «Die links-grünen Wähler wissen jetzt, dass es keine Verhinderungswahl ist.» Köppel selbst gibt sich wortkarg über sein mässiges Abschneiden. Der SVP-Nationalrat verweist auf den TV-Auftritt von heute Abend: «Ich werde mich in der Arena äussern.»


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Erstellt: 20.09.2019, 16:03 Uhr

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