Manchmal macht Mundart keinen Sinn

Bald darf in Zürichs Kindergärten nur noch Mundart gesprochen werden. Das ist nicht nur für Kindergärtnerinnen aus Deutschland schwierig: Klassen mit vielen fremdsprachigen Kindern wollen die Auflage umgehen.

In Klassen mit lauter fremdsprachigen Kindern, wird es schwierig in Mundart zu unterrichten: Eine Kindergätnerin erklärt das Kartenspiel.

In Klassen mit lauter fremdsprachigen Kindern, wird es schwierig in Mundart zu unterrichten: Eine Kindergätnerin erklärt das Kartenspiel. Bild: Keystone

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Bereits nach den Abstimmungen im letzten Mai drängte sich die Frage auf, wie deutsche Kindergärtnerinnen diese Sprachauflage umsetzen sollen.

Gemäss dem Landboten (Quelle online nicht verfügbar) unterrichten im Kanton Zürich 10 bis 20 Kindergärtnerinnen, die ihr Lehrdiplom in Deutschland gemacht haben. Laut Volksschulamt müssen auch die betroffenenen Gemeinden die Mundartregelung durchsetzen. Aber wie diese dabei vorgehen sollen, ist der jeweiligen Gemeinde überlassen.

Eltern sollen entscheiden

In Uster, einer der Gemeinden mit einer Kindergärtnerin aus Deutschland will man die Eltern entscheiden lassen: Sind diese damit einverstanden, dass die Kindergärtnerin weiterhin Hochdeutsch spricht, soll es auch dabei bleiben, sagt die Schulpräsidentin und FDP-Kantonsrätin Sabine Wettstein, Entlassungen werde es sicher keine geben.

Auch in Winterthur will man die Mundartpflicht umgehen, allerdings nicht wegen des deutschen Lehrpersonals, sondern aufgrund der Kinder: «In Kindergärten, wo alle Schüler fremdsprachig sind, macht Mundart als Unterrichtssprache keinen Sinn», erklärt der Schreiber der Zentralschulpflege Reto Zubler dem Landboten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.12.2011, 10:00 Uhr

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