Martin Graf will in den Nationalrat

Der abgewählte grüne Regierungsrat Martin Graf kandidiert für den Nationalrat.

Rechnet sich nach eigenen Angaben geringe Chancen für den Nationalrat aus: Der Grüne Martin Graf. (26. Januar 2015)

Rechnet sich nach eigenen Angaben geringe Chancen für den Nationalrat aus: Der Grüne Martin Graf. (26. Januar 2015) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Der grüne Zürcher Regierungsrat Martin Graf, der am 12. April abgewählt wurde, kandidiert für den Nationalrat. Allerdings nicht auf einem der Spitzenplätze, wie er am Sonntag gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF1 sagte. Er rechne deshalb nicht damit, dass er gewählt werde.

Falls er wider Erwarten aber doch gewählt wird, will er das Amt annehmen. «Das ist jedoch nicht mein primäres Ziel», stellte er klar. Eigentlich habe er mit der Politik abgeschlossen. Er wolle sich beruflich gänzlich neu orientieren. «Aber mit sechzig ist das natürlich nicht ganz einfach.»

Er habe zwar Vorstellungen, in welche Richtung es gehen solle, mehr aber auch nicht. Seit dem Wahlsonntag habe er ohnehin keine Zeit gehabt, sich mit seiner Zukunft zu befassen. Er sei am Aufräumen gewesen, damit er seine Arbeit gut abschliessen könne. Sollte er keine Anschlusslösung finden, so muss Graf aber trotzdem nicht am Hungertuch nagen: Er hat Anspruch auf 14 Monatsgehälter.

«Carlos» und der Abwärtstrend bei den Grünen

In der kommenden Woche, seiner letzten Woche als Regierungsrat, wird Graf noch an der Regierungsreise ins Zillertal teilnehmen - nachher macht er sich an die Übergabe an den oder die Nachfolgerin. Wer die Justizdirektion übernehmen wird, entscheidet sich am 18. Mai bei der konstituierenden Sitzung des neu zusammengesetzten Regierungsrates.

Graf muss nach nur einer Amtszeit seinen Sessel räumen - wohl nicht zuletzt wegen des Skandals um den jugendlichen Straftäter «Carlos». Doch auch der generelle Abwärtstrend der Grünen dürfte zu seinem schlechten Resultat beigetragen haben. Der Grüne mit dem Schaffhauser Dialekt erhielt nur 109'625 Stimmen und landete damit auf dem überzähligen achten Platz. (thu/sda)

Erstellt: 10.05.2015, 20:31 Uhr

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