Metzger wehren sich gegen Weideschlachtung

Der Fleisch-Fachverband verlangt von der Zürcher Kantonstierärztin den Widerruf der Bewilligung, die sie dem Biobauern Nils Müller erteilt hat. Dieser ist erstaunt.

Will die Weideschlachtungen fortführen: Biobauer Nils Müller.

Will die Weideschlachtungen fortführen: Biobauer Nils Müller. Bild: Dominique Meienberg

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Die Anforderungen müssten für alle gleich sein, sagte Ruedi Hadorn, Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbands (SFF), zu einer «Blick»-Meldung von heute Freitag. Die SFF-Mitglieder müssten sich an die strikten Tötungsvorgaben halten. Der SFF könne die Ausnahmeregelung nicht akzeptieren.

Der SFF hat deshalb in den vergangenen Tagen ein Schreiben ans Zürcher Veterinäramt geschickt, deren Chefin Kantonstierärztin Regula Vogel ist. Darin verlangt der Verband, einen Widerruf der Bewilligung oder - falls die erlaubten zehn Schlachtungen bereits erfolgt sind - keine Erneuerung der Bewilligung.

Gezielter Kopfschuss auf der Weide

Bei der Weideschlachtung werden die Tiere direkt auf der Weide mit einem gezielten Kopfschuss getötet. In der Schweiz war die Weideschlachtung bisher verboten.

Biobauer Nils Müller vom Küsnachter Berg hatte in der vergangenen Woche die Weideschlachtung der Öffentlichkeit vorgestellt. Für Müller gibt es keine bessere Methode als die Weideschlachtung: Die Tiere seien dabei keinerlei Stress ausgesetzt, «da sie in der gewohnten Umgebung bleiben und ihre Herde zum Zeitpunkt der Betäubung um sich haben», sagte er bei der Präsentation.

Biobauer Müller wehrt sich

Nils Müller ist erstaunt, dass ihn der Fleischverband offenbar als Konkurrenz wahrnimmt und gegen Weideschlachtungen vorgehen will. Er sieht das Prozedere eher als Nische für Selbstvermarkter, wie er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt.

Die kritisierten Punkte, die Hygiene und die Ausnahme von der 60 Sekunden-Regel, seien der speziellen Situation im Freien geschuldet. «Für die Einhaltung der Hygiene etwa beim Töten eines einzelnen Tiers ist im Freien mehr Zeit vorhanden als in einem Massenbetrieb im Schlachthof», so Müller. «Das Betäuben mit einem Gewehr ist dem Bolzenschuss in der Wirkung überlegen und im Schlachthaf halt nicht möglich.» Deshalb gebe es die unterschiedlichen Zeitvorgaben, bis das Tier entblutet sein muss.

Müller hofft nun, dass das Veterinäramt bei seiner positiven Haltung der Weideschlachtung gegenüber bleibt. (lop/pu/sda)

Erstellt: 19.06.2015, 16:36 Uhr

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