Mieten sinken in Zürich stärker als anderswo

In weiten Teilen des Kantons Zürich gab es noch nie so viele leere Wohnungen wie jetzt. Das führt zu tieferen Mieten. In der Stadt Zürich spielt ein anderer Effekt.

In Zürich werden viele kostengünstige Wohnungen gebaut: Wohnungsbau in Zürich-Affoltern.

In Zürich werden viele kostengünstige Wohnungen gebaut: Wohnungsbau in Zürich-Affoltern. Bild: Reto Oeschger

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Im Glatttal, im Zürcher Oberland, im Limmattal, in der Stadt Zürich – praktisch überall im Kanton Zürich werden zuhauf neue Mietwohnungen gebaut. Einer der Hauptgründe sind die Negativzinsen der Nationalbank. Sie treiben Pensionskassen und Versicherungen in den Immobilienmarkt. Doch gemessen an der Nachfrage, ist das Angebot zu gross. Das Ergebnis sei ein «Wohnungsüberfluss», schreibt das Beratungsunternehmen Wüest Partner in seinem neusten «Immo-Monitoring».

Das hat Folgen für die Preise. Die Angebotsmieten neu ausgeschriebener Wohnungen im Kanton Zürich sanken im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent – das ist mehr als das schweizerische Mittel von minus 2,1 Prozent.

Grosse regionale Unterschiede im Leerwohnungsbestand (zum Vergrössern bitte anklicken).

Das Überangebot betrifft nicht mehr nur abgelegene Dörfer, sondern auch ausgesprochene Boom-Regionen. Besonders ausgeprägt ist es im Zürcher Oberland und an der Goldküste. «An der Goldküste zum Beispiel wurde zu viel im teuren Segment gebaut», sagt Immobilienexperte Robert Weinert von Wüest Partner. Die Erklärung: Wer es sich leisten kann, an der Goldküste zu wohnen, kauft sich lieber gleich Wohneigentum, als monatlich eine happige Miete zu zahlen.

Genossenschaftswohnungen in Zürich

Noch nie gab es schweizweit so viele leere Wohnungen wie jetzt. Das ist gut für die Mieter. Sie profitieren nicht nur von sinkenden Preisen, sondern auch von einer grösseren Auswahl. Und die Leerstände kommen zunehmend näher an die grossen Städte heran.

Die einzige Region des Kantons Zürich mit einem deutlich spürbaren Wohnungsmangel ist die Stadt Zürich. Doch auch hier sind im vergangenen Jahr die Angebotsmietpreise gesunken, und zwar um überdurchschnittliche 4,1 Prozent. Das liegt laut Robert Weinert daran, dass viele günstigere Wohnungen gebaut wurden. Dies ist eine Folge der städtischen Wohnbaupolitik, die gezielt den Bau bezahlbarer Mietwohnungen vorantreibt.

Riesiger Überschuss an Wohnungen (zum Vergrössern bitte anklicken).

Ebenfalls gestern wurde bekannt, dass die Hypothekarzinsen auf ein Rekordtief gefallen sind. Deshalb erwarten Immobilienfachleute für die kommenden Jahre weiteren Druck auf die Mietpreise.

Erstellt: 10.04.2019, 09:17 Uhr

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