Milde Strafe für «Huren-Heiko»

Für Bordellbetreiber Heiko S. hat sich die Einsprache gegen einen Strafbefehl gelohnt. Das Bezirksgericht reduzierte die Busse von 9000 Franken auf 3800 Franken.

Heiko S. und seine Partnerin erschienen nicht zum Prozess vor dem Bezirksgericht Zürich.

Heiko S. und seine Partnerin erschienen nicht zum Prozess vor dem Bezirksgericht Zürich. Bild: Urs Jaudas

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Der 47-jährige Deutsche hatte in der Stadt Zürich in dreizehn verschiedenen Wohnhäusern Wohnungen angemietet, die er angeblich als Familienwohnungen nutzen wollte. Stattdessen richtete er dort Bordelle ein, wo er Frauen aus dem EU-Raum als Prostituierte beschäftigte. Mitangeklagt war auch seine 27-jährige Partnerin.

Gebüsst wurde das Paar, weil es unterlassen hatte, eine Bewilligung für den Betrieb einer Salonprostitution einzuholen, und die Meldepflicht für die ausländischen Frauen verletzt hatte. Gegen die per Strafbefehl verhängten Bussen von 9000 und 7500 Franken legte das Paar Einsprache ein, erschien zum Prozess vor dem Bezirksgericht Ende April aber nicht.

Dank Kontrollen überführt

Heiko S., dem die Presse den Übernamen «Huren-Heiko» verpasste, was dieser sofort zum Anlass nahm, unter diesem Namen eine Domain zu registrieren, hatte nicht bestritten, die fraglichen Wohnungen angemietet und weiter untervermietet zu haben. Er und seine Partnerin bestritten aber, in den Wohnungen Bordelle betrieben oder auch nur gewusst zu haben, dass dort der Prostitution nachgegangen wurde.

Es war ein hilfloses Argument. In den betreffenden Wohnungen waren nicht nur zahlreiche Kontrollen durchgeführt worden. Über die Kontrollen und den Umstand, dass die Frauen dort der Prostitution nachgingen, wurde Heiko S. jeweils informiert.

Strafe um fast 60 Prozent reduziert

Gemäss dem in Abwesenheit gefällten Urteil, über welches das Bezirksgericht am Mittwoch per Communiqué informierte, wurde Heiko S. vom Vorwurf freigesprochen, die Meldepflicht verletzt zu haben. Wegen der fehlenden Bewilligungen wurde er zu einer Busse von 3800 Franken verurteilt. Seine Partnerin, der ein schuldhaftes Verhalten nur in Bezug auf zwei Liegenschaften nachgewiesen werden konnte, wurde mit einer Busse von 800 Franken belegt.

Aus der Medienmitteilung des Gerichts geht nicht hervor, warum beim einschlägig vorbestraften Mann die Strafe um fast 60 Prozent reduziert wurde.

Erstellt: 26.06.2019, 15:56 Uhr

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