Militante Tierschützer wüten in Winterthur

In einem Wald bei Winterthur wurden Hochsitze von Jägern demoliert. Die Polizei sucht Zeugen.

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Am vergangenen Montag meldete ein Jäger der Stadtpolizei Winterthur, dass er im Jagdrevier Winterthur-Mörsburg fünf demolierte Hochsitze entdeckt habe. Die Jagdansitze stehen oberhalb des Schlosses Mörsburg unweit von Seuzach und wurden wohl in der ersten Märzwoche zerstört. Zwei metallene Hochsitze wurden umgestossen und verbogen, bei einem hölzernen Hochsitz und zwei hölzernen Kanzeln wurden tragende Elemente durchgesägt, sodass die Anlage umstürzte.

Laut der Stadtpolizei Winterthur entstand ein Sachschaden in der Höhe von mehreren Tausend Franken. Sie vermutet Täter aus dem Umfeld militanter Tierschützer. Die Polizei bittet Personen, die Angaben zum Fall machen können, sich mit ihr unter der Telefonnummer 052 267 51 52 in Verbindung zu setzen.

Bekennerschreiben im Internet

Auf einer einschlägigen Internetplattform ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht, in dem unter dem Titel «Hochsitze umgemäht. Animal Liberation!» der Vandalenakt detailliert beschrieben wird. Sie seien in einer «romantischen Vollmondnacht» zur Tat geschritten, um ein paar Hochsitze «kaputt» zu machen, steht dort. Weiter steht da unter anderem: «Hochsitze aus Metall: draufkicken, verbiegen. Zu zweit draufstehen wie auf einer Schaukel (macht Spass) und verbiegen.»

Die Autoren rufen zur «Befreiung aller Tiere» auf und stellen sich «Gegen alle Käfige und Knäste!» Dabei nehmen sie Bezug auf eine Gruppe, die bereits im letzten Sommer Hochsitze zersägt hat und eine Anleitung gibt, wie dies zu tun sei. Die Täter bekunden auch Sympathien zur als militant eingestuften Animal Liberation Front und zur Bewegung des Antispeziesismus. Dieser stellt sich gegen die Abgrenzung des Menschen vom Tierreich, die vorab dazu diene, die Ausbeutung der Tiere zu legitimieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.03.2018, 06:54 Uhr

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