Hintergrund

Mit Flugblättern gegen Brandstifter

Nach den Bränden in zwei Zürcher Einkaufszentren wappnet man sich in anderen grossen Geschäftshäusern gegen derartige Vorfälle. Personal und Ladenmieter sind aufgefordert, Verdächtige zu melden.

Wurde am Mittwoch evakuiert: Manor an der Bahnhofstrasse.

Wurde am Mittwoch evakuiert: Manor an der Bahnhofstrasse.

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Gleich zwei Zürcher Einkaufszentren mussten in den letzten zwei Tagen wegen Brandfällen evakuiert werden. Am Mittwoch brach um die Mittagszeit im Warenhaus Manor an der Bahnhofstrasse ein Feuer aus, am Donnerstag kam es im Coop-Einkaufszentrum in Zürich-Oerlikon kurz nach 16 Uhr zu einem Brand.

Gemäss Angaben der Zürcher Stadtpolizei beläuft sich die Schadenssumme des gestrigen Brandes in der Coop-Filiale auf mehrere Zehntausend Franken. Der Sachschaden am Gebäude an der Bahnhofstrasse dürfte hingegen 100’000 Franken weit übersteigen. Zusätzlich sei an der Ware ein Wasserschaden von mehreren 10’000 Franken entstanden.

Glatt und Tivoli reagieren mit Sofortmassnahmen

Im Zentrum Glatt hat man auf die Vorfälle in den Zürcher Einkaufszentren sofort reagiert. «Unser Sicherheitspersonal und unsere Betriebsorganisation sind sensibilisiert, auf verdächtige Gegenstände oder auffälliges Verhalten zu achten», sagt Geschäftsführer Stefan Gross auf Anfrage. Dies geschehe im Rahmen des bestehenden Sicherheitsdispositivs. «Als grosses Einkaufszentrum verfügt das Glatt über ein leistungsfähiges Sicherheitskonzept, welches 24 Stunden abdeckt.»

Auch im Shoppi Tivoli in Spreitenbach ist man wachsam. «Heute und am Wochenende verteilen wir an all unsere Ladenmieter ein Informationsblatt, in welchem wir sie um erhöhte Aufmerksamkeit bitten. Sie sollen auf verdächtige Personen achten und uns umgehend informieren, wenn sie solche entdecken sollten. In diesem Fall können sie sich sofort bei unserer Hotline melden», sagt Renato Blösch gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Weitere Massnahmen seien derzeit nicht geplant. «Wir verfügen bereits über ein Sicherheitsdispositiv.»

Manor: Polizei geht von Brandstiftung aus

Noch ist nicht bekannt, wie es zu den Vorfällen kommen konnte. Die Polizei ermittle noch immer in alle Richtungen, sagt Pressesprecher Marco Bisa auf Anfrage. «Detektive der Stadtpolizei Zürich führen diverse Befragungen und Abklärungen durch und die Brandermittler sind daran, die gesicherten Spuren auszuwerten.» Ob die beiden Brände in einem Zusammenhang stehen, ist derzeit noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen geht man bei der Stadtpolizei Zürich im Manor-Fall von Brandstiftung aus.

Werden die Sicherheitsvorkehrungen im Manor nun verschärft? Sprecherin Elle Steinbrecher will dazu keine Stellung nehmen. «Solange die polizeilichen Ermittlungen laufen, geben wir keine Auskünfte zum Brandfall», sagt sie auf Anfrage. Alle Manor-Angestellten würden jedoch für sämtliche Katastrophenfälle geschult. «Das hat sich auch bei der Evakuation vom Mittwoch gezeigt. Sie ist sehr gut verlaufen.»

2014 wird der Coop wieder evakuiert

Auch Coop-Sprecherin Karin Lasen will sich nicht zu den Brandfällen äussern. Sie bestätigt jedoch, dass die betroffene Verkaufsstelle in Oerlikon heute Freitagmorgen wieder regulär geöffnet werden konnte – mit Ausnahme des «1 Franken Shops», in dem das Feuer am Donnerstag ausgebrochen ist.

Laut Lasen wird alle zwei Jahre eine Evakuationsübung mit dem ganzen Zentrum organisiert. Diese habe 2012 letztmals stattgefunden und werde 2014 wieder durchgeführt. Jede Verkaufsstelle verfüge zudem über sogenannte Zonenverantwortliche, welche eine persönliche Schulung durch den Sicherheitsdienst erhalten. Die Mitarbeitenden selbst erhalten ein Schulungsmodul. «Dieses wird mindestens einmal pro Jahr mit allen Mitarbeitenden der Verkaufsstelle thematisiert», so Lasen.

Letzipark wurde am Mittwoch ebenfalls geräumt

Der Zufall will es, dass im Einkaufszentrum Letzipark im Kreis 9 just an dem Tag eine Evakuationsübung durchgeführt wurde, als es an der Bahnhofstrasse zum Ernstfall kam: Am Mittwoch, 19. Juli um 9.25 Uhr ging dort der Alarm los und sämtliche Personen mussten das Gebäude verlassen.

Die Evakuation sei nach Plan verlaufen. Für die Kunden habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, heisst es in einer Mitteilung. Bei der Übung gehe es darum, das Notfallkonzept aber auch das Verhalten von Mitarbeitenden und Kunden im Notfall zu überprüfen.

Wie viele Personen in die Übung involviert waren, wird gemäss Satu Hilty, Leiterin des Letziparks, nicht mitgeteilt. Auch was die Sicherheitsvorkehrungen zur Verhinderung von Brandstiftungen angeht, will sich Hilty nicht in die Karten blicken lassen. «Wir kommentieren unser Sicherheitskonzept nicht», sagt sie auf Anfrage.

Erstellt: 21.06.2013, 14:29 Uhr

Musste am Donnerstag geräumt werden: Coop-Filiale in Oerlikon.
Leser-Reporter: Michael Tanner

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