Mitarbeitende verteidigen das EWZ

Vor zehn Tagen waren Belästigungsvorwürfe gegen den Vizedirektor des EWZ publik geworden. In einem Schreiben wehren sich nun über 100 Mitarbeiter für ihren Arbeitgeber.

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Über 100 Mitarbeitende des Elektrizitätswerks Zürich (EWZ) wehren sich für ihren Arbeitgeber und unterzeichneten dafür einen Flyer zur ewz-Betriebskultur. Verteilt wurde das Schreiben vor der Parlamentssitzung im Zürcher Rathaus.

Zum aktuellen Fall sei keiner im Stande, eine objektive Beurteilung zu machen, da schlicht die Fakten fehlten, heisst es auf dem Flyer. Kritisiert wird von den Unterzeichnenden, dass sie «der Presse so machtlos ausgeliefert» seien.

Das EWZ werde als Unternehmen mit respektloser Betriebskultur dargestellt, heisst es weiter. Die Unterzeichnenden wehren sich aber dagegen: Sie würden das EWZ als Arbeitgeberin schätzen.

Der Umgang untereinander sei respektvoll. Sensibilisierungen und Schulungen würden regelmässig stattfinden. Das EWZ informiere zudem über Anlaufstellen bei internen Problemen und biete den Mitarbeitenden bei persönlichen Problemen Hilfe an.

«Respektvoll, nicht abgehoben»

Die Mitarbeitenden setzen sich mit dem Schreiben auch für den Leiter Verteilnetz ein: «Der Leiter Verteilnetz ist respektvoll, nicht abgehoben und spricht mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von der Baustelle bis zum Büro, auf Augenhöhe.»

Der Flyer wurde von 114 der über 1000 ewz-Mitarbeitenden unterzeichnet. Weitere acht Mitarbeitende haben das Schreiben mit einem Vorbehalt wie etwa «kenne den Leiter Verteilnetz nicht» unterzeichnet. Das Schreiben sei ohne Auftrag von der Geschäftsleitung aufgesetzt worden, heisst es weiter.

Vor zehn Tagen waren Belästigungsvorwürfe gegen den Vizedirektoren des EWZ publik geworden. Erhoben wurden sie von drei ehemaligen Mitarbeiterinnen der Abteilung Verteilnetz, dessen Chef der Vizedirektor war. Er kündigte Mitte Oktober.

Die drei Frauen hatten das Unternehmen bereits vor längerer Zeit verlassen. Bereits im August 2012 hatte das EWZ eine Untersuchung eingeleitet. Eine klare Schuld konnte niemandem zugewiesen werden, arbeitsrechtliche Massnahmen drängten sich nicht auf. (sda)

Erstellt: 06.11.2013, 19:21 Uhr

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