Mörgeli darf Akten einsehen

Seit Monaten verhindert Iris Ritzmann, dass der SVP-Nationalrat Einsicht in die Akten ihres Strafverfahrens bekommt.

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Am 29. Oktober gab die Universität Zürich die Entlassung von Titularprofessorin Iris Ritzmann bekannt: Sie soll dem «Tages-Anzeiger» Berichte zugespielt haben, die den Medizinhistoriker und SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli schwer belasten. Er habe sein medizinhistorisches Museum verlottern lassen, das er bis zu seinem Rausschmiss geleitet hatte. Gegen Ritzmann läuft ein Strafverfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung, und sie wehrt sich gegen ihre Entlassung.

Laut «SonntagsBlick» gibt es im Strafverfahren gegen Ritzmann einen Punkt, der Fragen aufwirft. Die 51-Jährige versucht seit Monaten mit vereinten Kräften zu verhindern, dass Christoph Mörgeli Einsicht in die Akten des Strafverfahrens bekommt. Laut «NZZ am Sonntag» geht es in diesem Rechtsstreit um Untersuchungsakten auch um die Frage, ob Mörgeli im Verfahren als Geschädigter geführt werden soll. Ein solcher hat Akteneinsicht und darf die Akten auch verwenden. Deshalb hat sich Mörgeli schon kurz nach Eröffnung des Untersuchungsverfahrens wegen Amtsgeheimnisverletzung darum bemüht, als Geschädigter und Privatkläger im Verfahren geführt zu werden.

Laut «SonntagsBlick» beantragte Ritzmann im Mai bei der Staatsanwaltschaft, Mörgeli nicht als Geschädigten zuzulassen und ihm damit die Akteneinsicht zu verwehren. Es sei zu befürchten, dass der «aggressiv politische» SVP-Nationalrat vertrauliche Informationen missbrauchen könnte. Der Staatsanwalt ging darauf nicht ein. Ritzmann doppelte nach. Ende Juni erhob sie Beschwerde beim Obergericht gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft. Ohne Erfolg. Am 9. Oktober wies das Gericht die Beschwerde ab. Mörgeli bekommt Akteneinsicht. Ob Ritzmann den Rechtsstreit ans Bundesgericht weiterzieht, lässt sie gemäss Sonntagspresse offen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.11.2013, 07:58 Uhr

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