Neue Autosteuer: Die Gewinner und Verlierer

Das neue Verkehrsabgabegesetz bedeutet für viele Zürcher Autobesitzer, dass sie bald weniger Steuern bezahlen müssen. Teuer wird es für Lenker schwerer Wagen – und Familien mit mehr als drei Kindern.

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Schwere Autos kosten mehr, sparsame weniger Steuern – so lautet die neue Regelung nach dem gestrigen Abstimmungssonntag. 58,3 Prozent der Zürcher Stimmberechtigten haben dem neuen Verkehrsabgabegesetz zugestimmt, das voraussichtlich 2013 in Kraft gesetzt wird (siehe Box).

Für die meisten Autobesitzer von Zürich bedeutet die neue Regelung, dass sie bald weniger Steuern für ihre Fahrzeuge bezahlen müssen. Je nach Modell kann sich die Abgabe sogar halbieren, wie ein Blick auf Modelle zeigt, die auf Zürichs Strassen häufig anzutreffen sind.

Günstige Marken: Opel, VW und Smart

So werden Opel Zafiras, mit bis zu sieben Sitzplätzen ein beliebtes Familienauto, künftig um 30 Franken weniger besteuert als bisher. Wer einen VW Passat Combi besitzt, bezahlt 40 Franken weniger. Bei einem VW Golf lassen sich sogar 50 Franken einsparen. Der Grösste unter den Kleinen ist naturgemäss der Smart 700. Hier wird die Verkehrsabgabe von 200 auf 120 Franken gesenkt.

«Teuer wird es bei Familienfahrzeugen mit über fünf Sitzplätzen», sagt Ruedi Blessing von der Vereinigung Schweizer Automobil Importeure. «Für einen VW T5 mit 2,5-Liter-Diesel müssen künftig statt 500 fast 1000 Franken bezahlt werden.» Wer mehr als drei Kinder habe, werde durch diese neue Regelung wohl eher benachteiligt, denn so werde auch mehr Platz im Auto benötigt. «Aber Kinder bedeuten immer Mehrkosten. Das fängt schon bei den Kindersitzen an.»

Verkehrsabgabebeträge sind vernachlässigbar

Am tiefsten müssen gemäss Blessing die Besitzer von grossen Vans und Offroadern in die Tasche greifen. «Vor allem wenn die Fahrzeuge auch noch Allradantrieb haben, könnte es weh tun.» Weit oben auf der Liste der teuersten Autos von Zürich wäre der Hummer. «Der ist nicht nur schwer sondern hat auch einen grossen Hubraum. Aber diese Fahrzeuge waren schon immer sehr teuer – und sehr selten.»

Grundsätzlich seien die Beträge, die für die neuen Verkehrsabgaben berechnet werden, verglichen mit den Gesamtkosten eines Fahrzeuges zwar sehr gering oder niedrig – sowohl bei kleinen als auch bei grossen Autos. «Interessant ist aber das neue Rabattierungssystem für Fahrzeuge der Energieeffizienzkategorien A und B mit CO2-Emissionen von weniger als 130 g/km. Es wird beim Autokauf sicherlich ins Gewicht fallen», so Blessing. Meist sei die Grösse eines Fahrzeuges wichtig, «und wenn es dabei ein leichteres und damit steuertechnisch günstigeres Modell gibt, wird man sich sicher dafür entscheiden.»

Erstellt: 18.06.2012, 13:00 Uhr

Verkehrsabgabegesetz (VAG)

Mit dem neuen Gesetz werden Hubraum und Gewicht zu je 50 Prozent besteuert. Schwere Autos kosten mehr, leichte weniger. Um Halter von sparsamen Fahrzeugen zu belohnen, gibt es neu einen auf vier Jahre befristeten Rabatt ab erster Inverkehrsetzung. Dieser hängt von der Energieetikette des Bundes ab. Fahrzeuge der effizientesten Kategorie A erhalten 80 Prozent Rabatt, B-Autos 50 Prozent. Autokäufer sollen zum Kauf von Fahrzeugen motiviert werden, die unter 5,5 Liter auf 100 Kilometer brauchen. Durch die Verkehrssteuer fliessen unverändert 300 Millionen pro Jahr in den Fonds zum Bau und Unterhalt von Kantonsstrassen. (rba)

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