«Neue Bewohner bringen neue Probleme»

In Zürich West schiesst ein Hochhaus nach dem anderen aus dem Boden, nirgends in Zürich wird die Bevölkerung so stark wachsen wie dort. Im Quartier ist die Sorge gross, vom Wachstum erdrückt zu werden.

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Zürich West entwickelt sich rasant. Mobimo-Tower, Escher-Terrassen, Hard-Turm-Park und die Hochhäuser auf dem Löwenbräu-Areal sind nur einige der Wohnbauten, die in den nächsten Jahren in diesem Teil der Stadt entstehen werden. Das führt zu einem enormen Bevölkerungswachstum: Das Statistische Amt der Stadt Zürich prognostiziert bis 2020 eine Zunahme von maximal 36,6 Prozent im Kreis 5, gemessen am Bevölkerungsstand von 2008.

Kommen Singles oder Familien?

Diese Entwicklung stellt die Stadt vor eine grosse Herausforderung. «Die neuen Bewohner werden auch neue Probleme mitbringen», sagt Helmuth Werner, Präsident des Quartiervereins Kreis 5. Werner sagt, dass die Entwicklung der sozialen Strukturen dem Bevölkerungswachstum hinterherhinke. «Man stellt bei uns zahlreiche Brutalo-Bauten auf, aber die Lebensqualität wird nicht gefördert. Wir brauchen dringend Pläne für die Betreuung der Kinder und der Alten im Quartier.» Konkret fordert Werner Kindergärten, Schulen, Krippen sowie Wohn- und Betätigungsmöglichkeiten für Senioren.

Solche Strukturen sind in Zürich West zwar geplant, aber niemand kann mit Sicherheit sagen, ob sie den Anforderungen der Zukunft genügen werden. Zuständig für die Schulraumplanung ist Adrian Scheidegger, Leiter der Abteilung Betrieb und Infrastruktur im Schulamt der Stadt Zürich. «Wir rechnen damit, dass auch die Zahl der Kinder in naher Zukunft zunehmen wird. Allerdings ist es zurzeit noch nicht klar, ob Zürich West für Familien attraktiv wird oder ob vor allem Singles und Paare dorthin ziehen werden.»

Auch Private sind gefordert

Gegenwärtig rechnet Scheidegger mit rund 50 Prozent mehr Kindern im Kreis 5. Für diese entsteht ab zirka 2017 die Schulanlage Zürich West bei der Pfingstweid. Ausserdem wird das Berufsschulhaus an der Heinrichstrasse erweitert und steht künftig nur der Volksschule zur Verfügung. Ausserdem seien bei mehreren geplanten Wohnüberbauungen Horte für Schulkinder und Kindergärten vorgesehen.

Trotzdem sind die Sorgen des Quartiervereinspräsidenten nicht unbegründet. «Es ist Aufgabe der öffentlichen Hand, Schulen, Horte und Kindergärten bereitzustellen. Die Planung dafür ist aufgegleist, wenn auch mit gewissen Unsicherheiten behaftet», sagt Scheidegger. «Doch damit sich der Kreis 5 zu einem lebendigen und lebenswerten Quartier entwickelt, braucht es auch die Privaten. Ihre Initiative ist gefordert, um Krippen, Spielplätze und Lebensräume zwischen den Siedlungen zu schaffen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2011, 15:41 Uhr

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Kreise 4, 5 und 9 schlucken 40 Prozent des Wachstums

Kein Quartier wird so stark wachsen wie Escher-Wyss: «In diesem Gebiet, wo in den nächsten Jahren die neue Skyline von Zürich entstehen wird, sollen neben den markanten Bürokomplexen auch zahlreiche Wohnbauprojekte realisiert werden», schreibt Thomas Glauser im Bericht «Bevölkerungsprognose Stadt Zürich 2010-2020». In diesem Quartier könnten in neun Jahren fast zweieinhalbmal so viele Menschen leben wie noch vor drei Jahren. Aber auch die umliegenden Quartieren werden stark wachsen. Insgesamt erwarten die Statistiker in diesem Zeitraum maximal 14'000 Zuzüger in den Stadtkreisen 4, 5 und 9 – 40 Prozent des gesamten Bevölkerungswachstums der Stadt Zürich. (fsc)

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