Neues Thermalbad vor der Haustür der Zürcher

Jetzt wird endlich gebaut im Bäderquartier Baden. 2020 soll das Botta-Thermalbad eröffnet werden. Erwartet werden jährlich eine halbe Million Gäste – viele aus Zürich.

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«Bitte Ruhe», heisst es von Alters her beim Eingang ins historische Badener Bäderquartier im Limmatknie. Denn die Badegäste sollen sich hier vom Lärm der Welt erholen können. Doch ab heute wird es richtig lärmig dort.

Gestern war Spatenstich, heute beginnt der Abbruch des Bäderparkhauses und in zweieinhalb Jahren soll das Thermalbad, das vom renommierten Architekten Mario Botta entworfen wurde, fertig sein. Dieser machte vor zehn Jahren die ersten Skizzen, legte vor neun Jahren die ersten Pläne vor. Botta hat 2012 auch das Bäderhotel auf dem Rigi Kaltbad gebaut.

Der Albtraum eines Investors

Die Warte- und Leidenszeit des Investors Benno Zehnder dauerte noch länger. Benno Zehnder aus Birmenstorf, ein damals weitgehend unbekannter Investor, übernahm im Herbst 2006 die Aktienmehrheit der Verenahof AG und damit das alte Thermalbad. Er hätte sich nie träumen lassen – «albträumen» lassen, dass es nur schon bis zum Spatenstich zwölf Jahre dauern wird.

Angesichts der 2000-jährigen Geschichte des Bäderquartiers sind diese zwölf Jahre allerdings ein Klacks. In Baden sprudeln die ältesten bekannten Thermalquellen der Schweiz, schon die Römer badeten in dem fast 47 Grad warmen und mineralreichsten Wasser des Landes. Kein Wunder, dass die Denkmalpflege ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hatte. Insbesondere bei den Umbauplänen für den altehrwürdigen Verenahof

Neun Badebecken mit Aussicht

Das Botta-Bad kam optisch nicht überall gut an, insbesondere in Baden selbst gab es Widerstand gegen das monumentale Projekt im engen Limmatknie. Doch schliesslich hatten die Investoren alle Bewilligungen zusammen. Jetzt geht es los.

Das neue Thermalbad ist ein 160 Meter langer flacher Bau, der gegen die Limmat hin ausgerichtet ist und Ausblicke auf den Fluss, die Weinberge und den Hertenstein bieten. Neun Badebecken mit unterschiedlich warmem Wasser sind vorgesehen. Drinnen und draussen. Dazu kommen Saunas und Dampfbäder.

Zürcher willkommen

Das Bäderquartier war seit jeher beliebt bei den Zürchern. Nicht zuletzt in früheren Zeiten, wo sie sich im katholischen und daher etwas freizügigeren Baden von den strengen zwinglianschen Sitten ihrer Heimatstadt eine Pause gönnten.

Dass die Zürcherinnen und Zürcher auch heute noch gerne thermalbaden, zeigt nicht nur die Beliebtheit des hauseigenen Thermalbades auf dem Hürlimannareal. Dafür gehen sie sogar in den Aargau, was sich unschwer an der häufig hörbaren «Zürischnurre» in den Thermalbädern von Schinznach und Zurzach feststellen lässt. Ab 2020 ist der Weg ins Wellness nun also kürzer. Die Investoren erwarten jährlich eine halbe Million Badegäste.

Mehr als Baden

Neben dem neuen Thermalbad entstehen im Bäderquartier weitere verwandte Betriebe. Das Verenahof-Geviert, das aus den alten Bäderhotels Verenahof, Bären und Ochsen besteht, wird in eine Privatklinik für Prävention und Rehabilitation mit etwa sechzig Zimmern umgebaut. Zudem entsteht ein Neubau als Ärzte- und Wohnhaus. Vorgesehen sind auch 450 Parkplätze. Die Stadt Baden engagiert sich vorab im öffentlichen Raum: Der Kurplatz und die umliegenden Gassen werden neu gestaltet, der Mättelipark aufgewertet.

Laut Verenahof AG entstehen im Bäderquartier rund 250 neue Arbeitsplätze. Sie investiert 150 Millionen Franken in die Bauten. Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden ist Mehrheitsaktionärin der Verenahof AG. Benno Zehnder ist Mitglied des Verwaltungsrates. Zur Stiftungsgruppe gehören auch die Reha-Clinic-Gruppe sowie die Thermalbäder in Bad Zurzach und Bad Säckingen.

Erstellt: 18.04.2018, 12:13 Uhr

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