Nutzer bedauern Einstellung von Uber Pop

Das billige Geschäftsmodell habe dem Zürcher Taxi-Markt nur gutgetan. Das zeigen die Resultate der TA-Umfrage.

Bild: Kai Pfaffenbach/Reuters

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Jeder zweite Tagi-Leser nutzt Uber. Mit dem neusten Schritt des amerikanischen Konzerns, das günstige Angebot Uber Pop ab sofort einzustellen, ist über die Hälfte der Nutzer nicht einverstanden. Das zeigt die nicht repräsentative Umfrage des «Tages-Anzeigers», an der über 700 Personen teilgenommen haben.

Der typische Uber-Nutzer ist jünger als 45 Jahre (63 Prozent), wohnt in der Stadt (41,4 Prozent) oder Agglomeration (46,8 Prozent) und nutzt Uber rund einmal pro Monat. Nur gerade jeder fünfte Teilnehmer nutzt das Angebot einmal pro Woche.

Nach dem neusten Schritt des Konzerns fühlen sich viele Nutzer in ihrer Wahlfreiheit beschnitten und werfen dem Staat eine allzu starke Regulierung vor. Er sei wenig liberal und innovationsfeindlich. Dem Taxi-Markt habe diese Konkurrenz nur gutgetan. Ein Grossteil vermutet, dass Uber letztlich auch dem Druck der Taxi-Lobby und der Gewerkschaften erlegen sei.

Uber sticht Taxis mehrfach aus

Für die Nutzer war Uber Pop in erster Linie wegen des Preises attraktiv. Mit der bargeldlosen Bezahlung, in Sachen Transparenz sowie Freundlichkeit und Höflichkeit punktet Uber. Jeder dritte Nutzer findet Uber gar sicherer als Taxis. Die Uber-Fans haben aber auch – wenig überraschend – eine sehr dezidierte Haltung zu Taxis. 70 Prozent sind der Meinung, dass der Uber-Service den Taxis in keinem Bereich hinterherhinkt.

Acht von zehn Uber-Nutzern war auch bekannt, dass die Nutzung von Uber Pop halb legal war. Aber 63 Prozent scherten sich nicht darum und nutzten Uber Pop trotzdem. Rund 20 Prozent verzichteten deswegen bewusst auf eine Nutzung des billigsten Geschäftsmodells.

Bewusste Nicht-Nutzer

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer, die Uber nicht nutzt, tut das ganz bewusst. Die Umfrageteilnehmer kritisieren das Geschäftsmodell des Konzerns, der Dumpinglöhne auszahlt, keine Sozialversicherungsbeiträge leistet und sich nicht für faire Arbeitsbedingungen einsetzt. Zudem nennt jeder Dritte das fehlende Vertrauen in den Service als Grund für den Verzicht.

Dabei muss aber auch erwähnt werden, dass viele der Nicht-Nutzer auch selten bis gar nie Bedarf nach einem entsprechenden Fahrdienst haben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.08.2017, 18:31 Uhr

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