«Ökoterroristen» retten Ledergerbers Hund

Wie sich der Hund des ehemaligen Stadtpräsidenten am Uetliberg verirrte und von dessen Feinden zurückgebracht wurde.

Elmar Ledergerber und sein Lagotto Romagnolo namens Fuchur haben einander wieder.

Elmar Ledergerber und sein Lagotto Romagnolo namens Fuchur haben einander wieder. Bild: Mara Truog

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Diese Geschichte erzählt von einem verirrten Glücksdrachen, der im Wald gerettet wird – von Menschen, mit denen sein Meister vor langer Zeit spinnefeind war. Wie aus einem Märchen klingt dies. Doch die Geschichte ist wahr, sie spielt auf Zürichs Hausberg, dem Uetliberg.

Dort spazierten Gemeinderat Markus Knauss und Kantonsrätin Gabi Petri, beides grüne Politiker, unlängst talwärts, als plötzlich ein Hund an ihnen vorbeirauschte, im Gestrüpp verschwand, wieder auftauchte, bellend, aufgeregt – und ohne Herrchen, wie sich bald herausstellte. Mutig stoppte Petri den Hund, und Knauss, ganz der Praktiker, funktionierte seinen Schal flugs zur Hundeleine um. Und los ging es, den Schlittelweg hinab zur Triemli-Station, wo das Paar das Tier der zuvor informierten Polizei übergab. Nur wenig später meldete sich – Hundechip sei Dank – telefonisch eine Frau, hörbar erleichtert und innig dankend für die Rettung.

Nicht schlecht staunten Knauss und Petri, als sie erfuhren, wem der Hund gehört: Elmar Ledergerber. Ausgerechnet! Vor acht Jahren hatte der damalige Zürcher Stadtpräsident beim Zwist ums Hardturmstadion den VCS Zürich des Ökoterrors bezichtigt – und damit Knauss und Petri als Geschäftsführer dieses Umweltverbandes attackiert. Ledergerber entschuldigte sich später für seine verbale Entgleisung.

Nicht sauer auf die Nachbarin

Heute sagt Knauss, diese Geschichte sei längst abgehakt: «Wir hätten den Hund selbstverständlich auch gerettet, wenn wir gewusst hätten, dass er Elmar Ledergerber gehört.» Im Vordergrund stehe stets das Wohl des Tieres, sagt Knauss schmunzelnd. Auch Ledergerber nimmt diesen «speziellen Zufall» mit Humor. Und er ist auch nicht sauer auf seine Nachbarin, die am fraglichen Tag die Verantwortung für den Hund trug, als sie im Wald joggte. Sie hüte den Hund, ein Exemplar der Rasse Lagotto Romagnolo, weiter und passe gut auf ihn auf.

Bleibt zu lüften, was es mit dem Glücksdrachen auf sich hat. Ledergerbers Hund heisst Fuchur, wie der Glücksdrache aus der «Unendlichen Geschichte» von Michael Ende. Und wie die Fantasiefigur ist auch Ledergerber bekannt für seinen Optimismus. Zupass kommt ihm dies bei einer seiner Leidenschaften, die nebst Erfahrung und Geschick stets ein Quäntchen Glück verlangt: dem Pilzesammeln. Am Uetliberg, sagt Ledergeber, gebe es delikate Burgundertrüffel. Wo, will er nicht verraten. Er liefert aber eine mögliche Erklärung, weshalb Fuchur das Weite gesucht hat. Als artiger Hund wollte er aufspüren, was er nach seiner Spezialausbildung am besten kann: Trüffel.

Erstellt: 01.03.2012, 10:57 Uhr

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