Ohne Ticket im Duty-free

Der Flughafen Zürich öffnet den Duty-free-Bereich für das gemeine Fussvolk. Was die Sicherheit betrifft, glauben die Verantwortlichen eine Lösung gefunden zu haben.

Günstiger einkaufen im Duty-free-Shop: Zum Jubiläum des Airside-Centers am Flughafen Zürich geniessen nicht nur Fluggäste dieses Privileg. Foto: Gaetan Bally / Keystone.

Günstiger einkaufen im Duty-free-Shop: Zum Jubiläum des Airside-Centers am Flughafen Zürich geniessen nicht nur Fluggäste dieses Privileg. Foto: Gaetan Bally / Keystone.

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In der Vorweihnachtszeit buhlen die Geschäfte um Kundschaft. Längere Öffnungszeiten, Sonntagsverkäufe, Spezialangebote. Dieses Jahr mischt auch der Flughafen Zürich mit. Er lädt zum zehnjährigen Jubiläum des Airside-Centers zum Weihnachts-Shopping. Der gemeine Bürger kann also zollfrei einkaufen an jenem Ort, der normalerweise ausschliesslich für Fluggäste mit Ticket nach Passieren der Sicherheitskontrolle zugänglich ist.

«Für die Zollbehörde und rechtlich ist das kein Problem», sagt Heinz Widmer, Leiter des Zollinspektorats des Zürcher Flughafens. «Deshalb habe ich die Anfrage des Flughafens bewilligt.» Die Zollgebühren übernehme der Flughafen. Dadurch sind die Waren für die Kundschaft zwar zollfrei, für die Zollbehörden unterscheiden sie sich aber nicht von normalen Waren, weil die Zollgebühren bezahlt werden. Der Flughafen lässt sich die Werbeaktion etwas kosten.

«Das wäre teuer geworden»

Wer sich nun angesichts der massiv günstigeren Zigarettenpreise die Hände reibt und feuchte Augen beim Gedanken an die bald gefüllte heimische Bar bekommt, freut sich definitiv zu früh. «Während des Christmas-Shoppings gelten die allgemeinen Einfuhrbestimmungen», erklärt Widmer. Für die Einkaufsfreudigen gibt es also maximal einen Liter Spirituosen über 18% und fünf Liter bis 18%.

Für Zigaretten, die im Duty-free-Shop halb so viel kosten wie am Kiosk, gilt eine Sonderregelung: «Der Flughafen übernimmt die Zollgebühr für Tabakwaren nicht», informiert Widmer. «Das wäre wahrscheinlich teuer geworden und ist für mich auch ethisch nicht vertretbar.» Folglich verzichtet der Flughafen ganz auf den Verkauf von Tabakwaren.

Der Alkohol sei von einer ähnlichen Sonderregelung nur ausgenommen, weil die anfallenden Zollgebühren vergleichsweise tief seien und Wein nicht unter die Duty-free-Regelung falle. «Die Unterscheidung, dass Wein gekauft werden könnte und Spirituosen nicht, wäre kaum verstanden worden. Manchmal findet man im Detailhandel auch günstigere Angebote als im Duty-free», sagt Widmer.

Onlineregistrierung nötig

Um die Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, müssen sich Besucherinnen und Besucher laut den Flughafenverantwortlichen im Vorfeld online registrieren und erhalten einen «X-mas Boarding Pass», der zum einmaligen Zutritt ins Airside Center und zum Einkaufen in den Läden berechtigt. Damit die regulären Passagiere wegen des Andrangs nicht warten müssen, werden zusätzliche Sicherheitslinien geöffnet und mehr Sicherheitspersonal aufgeboten.

Interessierte können sich ab Freitag, 14. November 2014, auf der Website des Flughafens anmelden. Die tägliche Besucherzahl ist auf 5000 Personen beschränkt. Die Termine sind der 29. und 30. November sowie der 13. und 14. Dezember, jeweils von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.11.2014, 09:14 Uhr

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