Panta Rhei ist «schwer navigierbar»

Ein Kritiker sagt, am Parkschaden der Panta Rhei sei nicht der Kapitän schuld, sondern das Schiff. Es sei schwer zu navigieren und zu wenig robust.

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Der ehemalige Schiffshändler Leo Ullmann ist ein hartnäckiger Kritiker der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft ZSG und ihrem Flagschiff Panta Rhei – bereits im Januar sagte er gegenüber den Medien, das Schiff sei praktisch nicht zu navigieren. Und am Dienstag lieferte die Panta Rhei mit ihrem Parkschaden gleich selbst den Hinweis, dass er mit seiner Behauptung richtig liegen könnte.

Nicht nur schwer navigierbar, sondern auch extrem diffizil sei das Schiff, sagt Ullmann gegenüber Tagesanzeiger.ch. Die Taschen, die an den Seiten des Schiffes angebracht wurden, um ihm bessere Fahreigenschaften zu geben, seien «zerbrechlich wie Eierschalen». Dadurch müsse der Kapitän bei Seitwärtslandungen «furchtbar aufpassen».

Kein Kommentar zu neuen Vorwürfen

Mit den Aussagen von Ullmann konfrontiert, sagt die ZSG-Sprecherin Evelyne Schlund: «Die ZSG kommentiert Vermutungen von Herrn Ullmann nicht». Nur soviel: «Das Schiff ist vom Bundesamt für Verkehr abgenommen. Auch die seitlichen Anbauten sind abgenommen. Das Schiff ist nicht schwieriger zu steuern als andere Schiffe.» Beim Parkschaden habe es sich um einen Fahrfehler gehandelt, der mit jedem anderen Schiff genauso hätte passieren können.

Ullmann hält diese Erklärung für eine Ausrede: «Ich bedauere die Kapitäne, die dieses Schiff steuern müssen. Sie tragen eine riesige Verantwortung, und jetzt müssen sie noch ihren Kopf hinhalten, um das Image der ZSG zu wahren. Das ist unanständig.»

Mit Verhaftung und Klage gedroht

Ullmann kritisierte die ZSG bereits Mitte Juli. Nachdem ein Limmatschiff eine Schwimmerin rammte und schwer verletzte, verteilte Ullmann Flugblätter, auf denen er seine Sicht der Dinge schilderte. Laut eigenen Aussagen hätten ihm Polizisten nach nur 20 Minuten die Flugblätter abgenommen und mit der Verhaftung gedroht. Jetzt sei er beim Stadtrichteramt verzeigt.

«Darauf hin hat mir ein Wirtschaftsanwalt in einem Brief mit einer Klage gedroht, sollte ich mich weiter öffentlich zur ZSG äussern», sagt Ullmann. Die Stillhaltevereinbarung, die ihm angeboten worden sei, habe er nicht unterzeichnet. Auch dazu sagt die ZSG-Sprecherin Schlund: «Kein Kommentar» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.08.2008, 08:16 Uhr

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