Pensionierte sollen alte Menschen unterstützen

Der Zürcher Regierungsrat prüft die Einführung eines Systems der Zeitvorsorge.

Unterstützung bei Alltagsgeschäften: Ein Mitarbeiter des Treuhanddiensts von Pro Senectute hilft einer Frau beim Erledigen der Rechnungen. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Unterstützung bei Alltagsgeschäften: Ein Mitarbeiter des Treuhanddiensts von Pro Senectute hilft einer Frau beim Erledigen der Rechnungen. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Rüstige Rentner helfen betagten Menschen im Alltag und erhalten dafür Zeitgutschriften: Was in der Stadt St. Gallen seit Juni möglich ist, soll auch im Kanton Zürich bald Schule machen. Laut Regierungsrat wird derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Zeitvorsorge erarbeitet.

Zeitgutschriften könnten ein Weg sein, um mehr ältere Menschen zu Freiwilligenarbeit zu motivieren, schreibt der Regierungsrat in einer am Donnertag publizierten Antwort auf eine Anfrage von SP, EVP und CVP. Vor dem Hintergrund des wachsenden Anteils älterer Menschen habe Freiwilligenarbeit dieser Bevölkerungsgruppe eine grosse gesellschaftliche Bedeutung.

Nachdem der Kanton schon heute die Selbsthilfe fördere und Selbsthilfeorganisationen mit staatlichen Beiträgen unterstütze, stehe der Regierungsrat der Idee der Zeitvorsorge positiv gegenüber. Die in der Altersarbeit tätige Organisation Pro Senectute sei bereits beauftragt worden, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Einführung eines Zeitvorsorgesystems im Kanton Zürich zu prüfen. Das Ergebnis werde den Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Die Frage nach Art und Umfang eines kantonalen Engagements könne indessen erst anhand konkreter Projekte beantwortet werden. Dabei werde bezüglich Trägerschaft zu prüfen sein, ob überhaupt neue Träger geschaffen werden müssten oder ob bestehende Organisationen Träger von Zeitvorsorgesystemen sein könnten.

Zeit anhäufen für das eigene Alter

Schweizweit Pionierin in der kommunalen Zeitvorsorge ist die Stadt St. Gallen. Im Rahmen eines im Juni gestarteten Projektes können sich Personen aus der Stadt, die pensioniert oder mindestens 60 Jahre alt sind, als Zeitvorsorger melden. Sie helfen dann betagten Menschen im Alltag, beispielsweise beim Einkaufen oder Kochen, begleiten sie auf Spaziergänge oder leisten ihnen beim Essen Gesellschaft. Den Betreuerinnen und Betreuern werden die geleisteten Stunden auf einem persönlichen Zeit-Konto gutgeschrieben. Guthaben von bis zu 750 Stunden können so angespart werden.

Später, wenn die Betreuenden selber einmal im Alltag Hilfe brauchen, haben sie Anspruch auf ebenso viele Stunden Betreuung. Pflegerische und medizinische Leistungen sind von der Zeitvorsorge ausgeschlossen – denn dazu braucht es ausgebildetes Fachpersonal. Auch für die Betreuung von Ehepartnern gibt es keine Zeitgutschriften.

(ham/sda)

Erstellt: 13.11.2014, 15:33 Uhr

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Erotik zu dritt

Hier finden Singles oder Paare den passenden Partnern für den flotten Dreier: The Casual Lounge.

Blogs

Geldblog Teilzeitarbeit wird zur Vorsorgefalle

Mamablog Tigerhai-Mama am Beckenrand

Die Welt in Bildern

Abkühlung: Der kleine Gorilla Virunga wird von seiner Mutter Nalani durch den Biopark Valencia in Spanien getragen. Virunga ist der zweite Gorilla, der im Rahmen des europäischen Artenschutzprogrammes geboren wurde. (17.August 2018)
(Bild: Manuel Bruque/EPA) Mehr...