Poker um Zürcher Spielcasino: Aargauer drängen in die City

Vier Bewerber pokern um die Zürcher Casinokonzession. Zu den Projekten im EPA-Gebäude und in der alten Börse kommt nun noch der Beatenplatz.

Ins Rennen gestiegen: Im fast 100-jährigen Gebäude am Beatenplatz wollen die Badener ein Grand Casino einrichten.

Ins Rennen gestiegen: Im fast 100-jährigen Gebäude am Beatenplatz wollen die Badener ein Grand Casino einrichten. Bild: Tom Kawara

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Mit der Konzession für ein Spielcasino ist es fast wie mit der Lizenz zum Gelddrucken: Alle wollen, nur einer darf. Bis Ende Jahr haben Interessenten die Möglichkeit, bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission ein Gesuch für den Betrieb eines Stadtzürcher Grand Casinos einzureichen. Drei Bewerber sitzen schon lange in den Startlöchern, ein vierter ist gestern dazugekommen:

EPA-Gebäude: An der Sihlporte im Gebäude der ehemaligen EPA plant die City Zürich Casino AG ein Grand Casino. Das Gebäude als ehemaliges Warenhaus ist ideal für ein grossflächige Casino auf 6000 Quadratmetern. Das Gebäude gehört Swiss Life, die Baubewilligung liegt bereits vor. Hinter dem Projekt stehen der Schaffhauser Rechtsanwalt Werner Buchter und der österreichische Spielautomatenhersteller ACE sowie seit gestern auch das Grand Casino Baden als möglicher Betreiber.

Neu auch Casino Baden im Rennen

Alte Börse: Hinter der Casino Zürich AG mit ihrem Projekt in der alten Börse beim Paradeplatz stehen das Casino Locarno, die Spielbank Berlin, die Automatenfirma Escor und die Admiral Casinos Wien. Wie Projektleiter Fernando Mutti sagt, habe man einen der grössten Nachteile – mangelnden Platz – wettmachen können. Neben Parterre und den Stockwerken 4 und 5 könne man nun vom Kanton Zürich auch noch den ersten Stock mieten. Insgesamt stehen nun 3200 Quadratmeter zur Verfügung. Eine Baubewilligung liegt ebenfalls vor.

Im Rennen dabei ist seit gestern auch das Grand Casino Baden mit der Liegenschaft Du Pont am Beatenplatz (Kino ABC und Restaurant Movie) und einem Platzangebot von 3200 Quadratmetern. Eigentümerin des Grand Casinos Baden sind die Stadt Baden sowie 2400 Kleinaktionäre aus der Region. Als Partner fungieren seit gestern auch die Initianten des EPA-Gebäudes.

Wenige Gebäude mit nötigem Platz

Haus Ober oder Sihlcity: Der vierte Mitbewerber ist Swiss Casinos Zürich. Mehrheitsaktionär ist Hans-Ueli Rihs (der Bruder von Andy Rihs), im Boot sitzt auch der Badener Gastrounternehmer Alwin Kecht. Die Firma ist bereits beteiligt an den Casinos Pfäffikon, Bern, St. Gallen, Schaffhausen und St. Moritz. Das Handicap von Swiss Casinos: Sie haben noch kein Gebäude. Gemäss Pressesprecher Martin Vogel ist man am Evaluieren mehrerer Standort, und die Gruppe könne sich vorstellen, «sogar zwei oder drei Projekte einzureichen». Zu möglichen Gebäuden wollte Vogel keine Angaben machen.

Viele Gebäude, die ab 2012 verfügbar sind und 3000 bis 4000 Quadratmeter Platz bieten, gibt es im Zürcher Zentrum allerdings nicht. Am häufigsten wird von Fachleuten das Geschäftshaus Ober bei der Sihlbrücke genannt. Weniger günstig ist im Sihlcity-Komplex der Raum des ehemaligen Clubs Platins.

Kommission will Casino im Zentrum

Gegen Sihlcity spricht seine periphere Lage – und die Nähe zu Pfäffikon und Luzern mit eigenen Casinos. Auch Liegenschaften in Zürich-West dürften weniger infrage kommen, wegen der Nähe zu Baden. Baden rechnet mit 40 Prozent Umsatzrückgang durch ein Zürcher Casino. Gemäss Analyse setzt die Spielbankenkommission auf ein Zentrumscasino, um die nicht motorisierte Stadtbevölkerung zu erreichen sowie Pendler, die in der Stadt arbeiten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.09.2010, 23:08 Uhr

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