Politik will wissen, wie viele Kinder Ritalin erhalten

Der Kantonsrat fordert Zahlen zu Kindern, die im Kanton Zürich vom Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ADHS betroffen sind. Auch will er wissen, wie diese behandelt werden.

Umstrittenes Medikament für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit: Ritalin.

Umstrittenes Medikament für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit: Ritalin. Bild: Peter Lauth

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Es gehe nicht darum, Ritalin oder andere Psychopharmaka zu verteufeln. «Man muss sie aber richtig einzusetzen», sagte Barbara Bussmann (SP, Volketswil) heute Montag im Kantonsparlament. Zusammen mit der SVP forderte die SP eine Nachfolgestudie zur bereits veröffentlichten Studie «Interventionen bei psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen».

Unterstützung erhielten die Postulanten von den Grünen, der EVP und Teilen der GLP. Das Begehren wurde mit 106 zu 54 Stimmen überwiesen. Die erste Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW) zeigt auf, welche Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen mit Psychopharmaka behandelt werden, und analysiert deren Wirksamkeit.

«Ritalin wird zu schnell verschrieben»

«Wie und weshalb es aber zu einer so häufigen Verabreichung von Ritalin kommt, ist noch nicht beantwortet», sagte Cyrill von Planta (GLP). Ohne einen weiteren Bericht sende man das falsche Signal. «Eine Nachfolgestudie kann neue Erkenntnisse bringen», sagte auch Ruth Kleiber (EVP). Heute werde zu schnell Ritalin verschrieben.

Die FDP hingegen betonte, dass im Bereich Psychopharmaka bei Jugendlichen bereits gute Rahmenbedingungen bestünden. «Swissmedic und die behandelnden Ärzte nehmen ihre Verantwortung wahr», sagte Jörg Kündig. Die Forderung nach einer neuen Studie lasse darauf schliessen, dass die Postulanten mit der ersten Erhebung nicht zufrieden seien.

Studie müsste national durchgeführt werden

Auch die CVP lehnte das Begehren ab. Die Hoheiten im Gesundheitswesen seien klar geregelt, sagte Lorenz Schmid (Männedorf). «Für den stationären Bereich ist der Kanton zuständig, für den ambulanten der Bund.»

Deshalb müsste eine Studie national geführt werden, sagte der Apotheker. Ausserdem sei die Therapiefreiheit zu wahren. «Wichtig ist einfach, dass die Präparate richtig eingesetzt werden.» (pu/sda)

Erstellt: 14.01.2013, 11:52 Uhr

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