Polizei durchsucht weitere IT-Firmen

Im Nachgang zur Korruptionsaffäre im Seco geriet auch die IT-Firma Fritz und Macziol (Schweiz) AG unter Verdacht. Am 11. September hat die Polizei nun die Büros von zwei weiteren IT-Firmen im Kanton Zug durchsucht.

Haben einen hohen Beamten des DJI an ein WM-Spiel eingeladen: Die IT-Firma Fritz und Macziol (Schweiz) AG mit ihrem Hauptsitz in Zürich. Foto: Fritz und Macziol

Haben einen hohen Beamten des DJI an ein WM-Spiel eingeladen: Die IT-Firma Fritz und Macziol (Schweiz) AG mit ihrem Hauptsitz in Zürich. Foto: Fritz und Macziol

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Nachgang zur Korruptionsaffäre im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) geriet auch ein hoher Beamter der Zürcher Direktion der Justiz und des Innern (DJI) unter Verdacht. Er wurde von der IT-Firma Fritz und Macziol (Schweiz) AG an ein Fussballspiel der WM 2006 eingeladen; die Firma erhielt grosse Aufträge von der DJI. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Bestechung.

Nun durchsuchte die Polizei im Rahmen der Ermittlungen die Büros von zwei weiteren IT-Firmen im Kanton Zug. Das berichtete der «Beobachter» gestern. Gemäss dem Bericht fand der Einsatz am 11. September bei den Firmen Beelk Services AG und RedIT Services AG statt. Der Grund: Der DJI-Beamte soll über Jahre hinweg an mehrtägigen Kundenanlässen der beiden Firmen – ebenfalls Auftragnehmer der DJI – im Piemont teilgenommen haben.

Der Hauptaktionär der Firmen, Andreas Kleeb, bestätigte den Polizei­einsatz. Er betont aber: «Es liegt kein Bestechungsvorwurf gegen die beiden Unternehmen vor, und es bestehen keine Kundenaufträge im Zusammenhang mit dem betroffenen Sachverhalt.» Ein inzwischen ausgeschiedener Kadermitarbeiter habe die Piemontreisen auf eigene Initiative organisiert, sagt Kleeb. Die Zusammenkunft von jeweils rund 30 Kunden, Lieferanten und Herstellern habe dem Erfahrungs- und Informationsaustausch gedient. Die letzte Reise habe im Herbst 2012 stattgefunden.

Die Staatsanwaltschaft beantwortete gestern keine Fragen. Laut einem DJI-Sprecher hat der verdächtigte Beamte Anstellung und Funktion nach wie vor inne. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.10.2014, 21:49 Uhr

Artikel zum Thema

Seco-Affäre: Aufträge im Wert von 73 Millionen seit 2006

Zwei IT-Firmen profitierten in den letzten acht Jahren von den freihändigen Vergaben. Mehr...

Korruption: Fehlbarer Beamter nutzte im Seco Machtvakuum aus

Der Untersuchungsbericht zur Seco-Affäre bestätigt die Missstände und fördert Fehler der Führung zutage. Mehr...

«Die Verantwortung kann nicht an einer Person festgemacht werden»

Interview Der Untersuchungsbericht der Seco-Affäre brachte heute «inakzeptable Missstände» zum Vorschein. Direktionsleiter Boris Zürcher nimmt Stellung. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Erotik zu dritt

Hier finden Singles oder Paare den passenden Partnern für den flotten Dreier: The Casual Lounge.

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss «Ciao, Bella»

Geldblog Warum Immobilien im Ausland riskanter sind

Die Welt in Bildern

Segeln hart am Wind: Die Teilnehmer der Skûtsjesilen - Meisterschaften im niederländischen Friesland schenken sich nichts. (15. August 2018)
(Bild: Siese Veenstra/EPA) Mehr...