Raser filmten sich gegenseitig, zehn Lenker verhaftet

Schlag gegen die Raserszene: Eine Sondereinheit überführte insgesamt ein Dutzend Männer. Sie hatten einen entscheidenden Fehler gemacht.

Sind für die Rennstrecke gebaut, nicht für die Strassen: Schnelle Wagen an der Auto Zürich.

Sind für die Rennstrecke gebaut, nicht für die Strassen: Schnelle Wagen an der Auto Zürich. Bild: Keystone

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Sieben Monate lang ermittelte die Kantonspolizei Zürich, letzte Woche schlug sie zusammen mit der Oberstaatsanwaltschaft zu: Am frühen Mittwochmorgen nahm sie an verschiedenen Orten im Kanton Zürich insgesamt zehn Personen fest. Gleichzeitig stellte sie acht PS-starke Fahrzeuge sicher.

Möglich gemacht hat diesen «Schlag gegen die Raserszene», wie die Kapo in der Mitteilung schreibt, eine Verhaftung im Frühling. Am 29. März verhaftete die Kapo zwei Fahrzeuglenker, nachdem sich die beiden zuvor auf der A51 ein Autorennen geliefert hatten. Die Führerausweise wurden ihnen auf der Stelle abgenommen. Zudem wurden die Personenwagen sichergestellt.

Hunderte Filme

Wichtiger für die weiteren Ermittlungen waren jedoch die Handys der Raser. Denn die Mobiltelefone der beiden Männer wurden ebenfalls eingezogen. Bei der Überprüfung der beiden sichergestellten Mobiltelefone stellten die Ermittler Hunderte von Filmen fest, auf denen Autorennen zu sehen waren. Die Abklärungen ergaben, dass diese im Winterhalbjahr 2014/15 im Kanton Zürich sowie in einem Fall im Kanton Aargau abgehalten wurden.

Das darauf folgende Ermittlungsverfahren wurde in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat und mit Spezialisten des verkehrspolizeilichen Einsatzdiensts der Kapo sowie mit dem Forensischen Institut Zürich geführt. Die umfangreichen Ermittlungen, in die unter anderem auch öffentlich zugängliche Foren verschiedener Social-Media-Plattformen einbezogen wurden, führten schliesslich zur Identifizierung der weiteren Tatverdächtigen.

Zehn weitere mutmassliche Raser wurden an ihren Wohnorten verhaftet und Hausdurchsuchungen durchgeführt. Bei den Beschuldigten handelt es sich um sieben Portugiesen, zwei Schweizer sowie um einen serbischen Staatsangehörigen im Alter von 21 bis 34 Jahren. Sie haben alle Wohnsitz im Kanton Zürich. Zudem wurden acht Fahrzeuge eingezogen. Es handelt sich dabei allesamt um PS-starke Sportwagen deutscher, amerikanischer, französischer und japanischer Hersteller.

Sondereinheit am Werk

Den Beschuldigten werden mehrfache und schwere Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (Verletzung des Rasertatbestandes) sowie auch Gefährdung des Lebens in mehreren Fällen vorgeworfen. Nach der Befragung durch Polizei und Staatsanwaltschaft wurden alle Beschuldigten auf freien Fuss gesetzt. Bis zur rechtskräftigen Verurteilung der Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Erstmals wurden die polizeilichen Ermittlungen durch eine spezialisierte Gruppe des verkehrspolizeilichen Einsatzdiensts geführt. Schwerpunkte der seit Anfang März 2015 operativen Einheit sind das Erkennen und Bekämpfen sowohl neuer als auch bekannter Phänomene im Strassenverkehr, schreibt die Kapo weiter. (ep)

Erstellt: 09.11.2015, 14:28 Uhr

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