Regierung lehnt Tempo 80 auf West- und Nordumfahrung ab

Generell Tempo 80 auf der Autobahn durch den halben Kanton Zürich fordert die GLP in einem Vorstoss. Doch der Regierungsrat glaubt nicht an eine Lösung des Stauproblems durch weniger Tempo.

Typisches Bild: Fast jeden Tag staut sich der Verkehr auf der Nordumfahrung zwischen Gubristtunnel und Aubrugg. Foto: Patrick B. Krämer (Keystone)

Typisches Bild: Fast jeden Tag staut sich der Verkehr auf der Nordumfahrung zwischen Gubristtunnel und Aubrugg. Foto: Patrick B. Krämer (Keystone)

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Wenn es nach den Kantonsräten René Gutknecht aus Urdorf und Andreas Hauri aus Zürich ginge – beides Grünliberale – dürften Autofahrer zwischen Wollishofen und dem Brüttiseller Kreuz nur noch maximal Tempo 80 fahren – wenn nicht ohnehin gerade Stau herrscht. Heute gelten folgende Vorschriften (in einzelnen Bereichen kann das Tempo durch Signalisationen auch verringert werden):

  • 100 km/h: Üetlibergtunnel bis Limmattaler Kreuz ausser Autobahndreieck Fildern
  • 80 km/h: Limmattaler Kreuz bis vor den Tunnel Gubrist
  • 100 km/h: durch den Gubristtunnel bis kurz nach dem Tunnelende
  • 120 km/h: bis vor den Stelzentunnel
  • 100 km/h: durch den Stelzentunnel bis nach der Verzweigung Brüttisellen
  • 120 km/h: ab ca. Höhe des Parkplatzes Baltenswil

Die gefürchtete «Handorgel»

Die beiden Politiker begründen ihre Forderung, die sie per Postulat eingereicht haben, mit der «Handorgel», die der Verkehr bildet, sobald die Kapazität der Strasse am Anschlag ist – und das ist sie auf der Nord- und der Westumfahrung meistens. Wissschaftliche Studien haben ergeben, dass Autobahnen die maximale Kapazität bei einer Geschwindigkeit von 85 km/h erreichen.

Der Regierungsrat lehnt das Postulat zu generellem Tempo 80 jedoch ab. Seine Argumente: Das Bundesamt für Strassen setze sich bereits heute für eine Kapazitätssteigerung ein. Dazu gehöre die vorgesehene Nutzung der Pannenstreifen als zusätzliche Spur. Zu Beseitigung des Dauerstaus jedoch sei der Ausbau der Nordumfahrung auf sechs Spuren nötig – diese allerdings verzögert sich noch immer.

Regierung ist nicht befugt

Eine durchgehende Signalisierung auf Tempo 80 bringe – so die Regierung – «keinen zusätzlichen Beitrag zur Behebung der Verkehrsprobleme». Zudem sei nicht der Regierungsrat, sondern der Bund für die Geschwindigkeitsanordnung auf Autobahnen zuständig.

Wenig erfreut über die negative Antwort ist Postulant René Gutknecht: «Der Regierungsrat macht es sich äusserst einfach, sich hinter der fehlenden Zuständigkeit zu verstecken, um sich für mehr und breitere Autobahnen auszusprechen, ohne die Umwelt miteinzubeziehen.» Nach Ansicht der beiden Grünliberalen bringen zeitlich begrenzte Temporeduktionen von 100 auf 80 nicht die gewünschte Wirkung, weil Autofahrer «aus Gewohnheit» ihre normale Geschwindigkeit beibehalten würden. Nur generelles Tempo 80 könne zur Verflüssigung des Verkehrs beitragen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.11.2014, 15:23 Uhr

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