Restlose Klärung

Das Abwasser soll in Zukunft von kleinsten Verunreinigungen befreit werden. Dafür wird Ozon eingesetzt. In Dübendorf steht die erste solche Anlage. Geplant sind schweizweit hundert solcher Kläranlagen.

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In Dübendorf wird am Freitag die schweizweit erste Reinigungsstufe gegen Mikroverunreinigungen eingeweiht. In den nächsten 20 Jahren sollen in der Schweiz rund 100 der 700 Kläranlagen aufgerüstet werden, damit möglichst keine Kleinst-Verunreinigungen mehr in die Gewässer gelangen.

Heutige Abwasserreinigungsanlagen (ARA) können Rückstände von Medikamenten, Körperpflegeprodukten oder Reinigungsmitteln nur ungenügend oder gar nicht entfernen, wie Daniel Rensch, Sektionsleiter beim Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), am Donnerstag vor den Medien in Dübendorf sagte.

Diese Mikroverunreinigungen sind sowohl in Seen, Flüssen aber auch im Grundwasser nachweisbar und bereits in tiefen Konzentrationen für Fische oder andere Wasserlebewesen giftig. Für Menschen sind sie gemäss Rensch nach heutigem Wissensstand unbedenklich.

Kohle oder Ozon

Gemäss einer Revision des eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes sollen nun schweizweit rund 100 Kläranlagen aufgerüstet werden. Als mögliche Verfahren wird dabei Aktivkohle oder Ozon angewendet. Es gehe darum, möglichst wenige unerwünschte Nebenprodukte zu generieren, sagte Rensch weiter.

In der ARA Neugut in Dübendorf ist seit März eine Ozonungsanlage fest installiert. Die Anlage läuft bisher störungsfrei, wie ARA-Chef Max Schachtler sagte. Über 80 Prozent der Mikroverunreinigungen werden mit der Anlage eliminiert.

40 Anlagen im Kanton aufrüsten

Rund 40 der insgesamt 63 grösseren kommunalen ARA sollen im Kanton Zürich in den nächsten 20 Jahren nachgerüstet werden. Dazu gehören unter anderen die drei grössten ARA des Kantons, sieben grössere ARA im Einzugsgebiet des Zürichsees und Greifensees sowie grössere ARA an Fliessgewässern mit über 10 Prozent Abwasseranteil.

Der Anteil von Mikroverunreinigungen soll damit um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Die Gesamtkosten betragen im Kanton Zürich rund 300 Millionen Franken. Davon übernehmen die Anlagenbetreiber gut 70 Millionen Franken.

75 Prozent der Investitionen werden über eine gesamtschweizerische und bis zum Jahr 2040 befristete Abwasserabgabe von maximal 9 Franken pro Jahr und Einwohner gedeckt. (sda)

Erstellt: 04.09.2014, 14:26 Uhr

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