Riesens Retter ist selbst in Nöten

Der PR-Berater von Oberjugendanwalt Marcel Riesen, Roger Huber, schmiedet Pläne für Kunden, die in der Patsche sitzen.

Der PR-Berater muss nun selbst beraten werden: Roger Huber.

Der PR-Berater muss nun selbst beraten werden: Roger Huber. Bild: zvg

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Wer ist der Mann, der seit letztem Sommer Oberjugendanwalt Marcel Riesen für mehrere Tausend Franken im Monat in Krisenkommunikation berät und nun selber eine solche Beratung dringend nötig zu haben scheint? Dies, weil er im Verdacht steht, belastende Fotos an die Presse weitergeleitet zu haben. Roger Huber sei ein sehr jovialer Mensch, sagen Journalisten, die mit ihm zu tun hatten. Er sei mit jedem sofort per Du. Einer, der Vertrauen erweckt und einem das Gefühl gibt, er habe einen Plan. Einer, der einen offensiven Stil pflegt und es mag, wenn «etwas läuft». Ein Schnurri, sagen andere, manchmal ein gefährlicher: «Ein Marschflugkörper ausser Kontrolle.»

Kommunikationsexperte Huber, 50, rät auf seiner Website: «Stehen Sie zu Ihrer Persönlichkeit, vermeiden Sie alles Unechte. Nur so sind Sie glaubwürdig. ­Sogar Fehler dürfen Sie machen. Damit bieten Sie dem Zuhörer die Möglichkeit zur Identifikation.» Huber ist ehemaliger Journalist. Bevor er sich um die Jahrtausendwende in Zürich selbstständig machte, arbeitete er für die Wirtschaftsressorts von «St. Galler Tagblatt» und «Die Ostschweiz», später für «Bilanz» und «Cash», er schrieb aber auch für «Handelszeitung» und «Weltwoche». Bis heute pendelt er zwischen St. Gallen, wo er mit seiner Familie wohnt, und Zürich.

Wer ist Gegner, wer ist Freund?

Huber ist auch Präsident des Verbands für Krisenkommunikation (VKK), den er 2009 mitgründete. Ein Macher, unverkennbar. Seine Rolle im Fall Carlos beschrieb er gegenüber dem «Magazin» folgendermassen: «Mein Auftrag ist, Marcel Riesen-Kupper zu retten.» Huber spielt für die Oberjugendanwaltschaft Szenarien durch. Wer ist Gegner, wer Freund? Es geht strategisch zu und her. «Er wirkt, als geniesse er es, dass um ihn herum lauter verängstigte, schockierte Leute sitzen. Er scheint sich dabei ­pudel­wohl zu fühlen», sagte einer, der dabei gewesen ist, dem «Magazin». Hubers Einfluss auf Riesen und die Entscheide der Jugendanwaltschaft seien dementsprechend gross, sagen Beobachter. ­Huber war gestern Nachmittag für den TA nicht zu sprechen.

Erstellt: 26.03.2014, 23:57 Uhr

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