Ritalin an Volksschule: Jetzt sollen Zahlen her

Der Zürcher Kantonsrat will eine Statistik über die Zahl der Volksschüler erstellen lassen, die zur Beruhigung Ritalin erhalten. Bildungsdirektorin Regine Aeppli bezeichnet die Erhebung als aufwendig und teuer.

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Der Zürcher Regierungsrat nimmt den Auftrag, eine Statistik über den Ritalin-Konsum der Volksschülerinnen und -schüler zu erstellen, nur widerwillig entgegen. Er rechnet mit Kosten von 150'000 bis 200'000 Franken.

Früherkennung sei wichtiger

Wichtiger als eine Statistik sei die Früherkennung von Krankheiten wie die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), hielt der Regierungsrat in der heutigen Kantonsratssitzung fest. Zudem müssten bei solchen Problemen die Eltern in die medizinische Behandlung mit einbezogen werden.

Daten für unpolemische Diskussion

SVP, SP, Grüne und EDU liessen sich von diesen Argumenten nicht überzeugen. Es sei ein berechtigtes Interesse, die Zahlen über die Ritalin-Abgabe zu erfahren, sagte ein SP-Sprecher. Bislang seien die Angaben nur sehr ungenau, ergänzte die Votantin der Grünen. Genaue Zahlen würden auch eine seriöse und unpolemische Diskussion erlauben.

FDP, CVP, EVP und Grünliberlale waren gegen eine Statistik. Für den Sprecher der FDP ist ein Monitoring der Betroffenen wirksamer. Die CVP verlangte Ursachenbekämpfung. Das Postulat der SVP wurde schliesslich mit 113 zu 51 Stimmen an den Regierungsrat überwiesen. (tif/sda)

Erstellt: 25.08.2008, 10:58 Uhr

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