SVP mobilisiert Autofahrer gegen Diener

Jeder Autohalter bekommt Post mit dem Aufruf, Verena Diener nicht zu wählen. Sonst drohe ein Benzinpreis von vier Franken.

«Grünkommunistin»: In einer Kampagne macht Ex-Autopartei-Nationalrat Michael E. Dreher Stimmung gegen die grünliberale Ständerätin Verena Diener.

«Grünkommunistin»: In einer Kampagne macht Ex-Autopartei-Nationalrat Michael E. Dreher Stimmung gegen die grünliberale Ständerätin Verena Diener. Bild: Keystone

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In ihrem Kampf, Christoph Blocher doch noch in den Ständerat zu bringen, greift die SVP nach dem letzten Strohhalm. In diesen Tagen erhalten die Halter der 650'000 Autos mit ZH-Schildern einen Brief. Inhalt: «Verena Diener wählen, heisst: vier Franken pro Liter Benzin bezahlen.» Absender ist die Auto-Allianz des Ex-Autopartei-Nationalrats und heutigen SVP-Mitglieds Michael E. Dreher. Dreher bestätigt, hinter dem Versand zu stehen. Er bezeichnet die Grünliberale Verena Diener als «Grünkommunistin». Im Brief wirft er ihr vor, sie sei für Roadpricing, höhere CO2-Abgaben und die Energiepolitik des Bundesrates, «die auf einen Benzinpreis von vier Franken pro Liter hinausläuft».

«Rotes Tuch»

Laut SVP-Präsident Alfred Heer ist die Idee, Verena Diener wegen ihrer autofeindlichen Haltung anzugreifen, in der SVP entstanden. Die Taktik ist klar: Diener gilt nach dem Rückzug der Mitte-links-Kandidaten als Favoritin für den zweiten Wahlgang. FDP-Ständerat Felix Gutzwiller kann von der SVP nicht direkt angegriffen werden, ohne noch mehr Freisinnige zu vergraulen. Diener sei für die SVP «ein rotes Tuch», sagt Heer.

«Mike» Dreher machte 1988 mit dem Spruch von sich reden, man solle «Linke und Grüne an die Wand nageln und mit dem Flammenwerfer drüber». Heute argumentiert er mit Zahlen: Diener habe im Nationalrat in 90 Prozent der Abstimmungen «mit den Kommunisten und den Allerlinksten» gestimmt. Der mehrere 100'000 Franken teure Massenbrief sei von einem Sponsor bezahlt. Verena Diener nimmt den Brief gelassen. Sie habe einen Angriff aus dem rechten Lager erwartet. Dass Mobilität heute zu billig ist, sei unbestritten. Die Energiepolitik des Bundesrates für 2050 sei nicht in Stein gemeisselt. Michael Dreher gehe, sagt sie, «von einer «Mischung aus Fakten und Fantasien» aus.

Erstellt: 10.11.2011, 10:36 Uhr

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