Sanierung beim Brüttiseller Kreuz: Nun gehts wieder los

Die Sanierung der Autobahnbrücken beim Brüttiseller Kreuz geht in die zweite Phase: Nun werden die beiden südlichen «Zwillingsbrücken» in Fahrtrichtung St. Gallen angehoben und verstärkt.

In vollem Gange: Bauarbeiter bereiten hydraulische Pressen vor, um die Brücken anzuheben.

In vollem Gange: Bauarbeiter bereiten hydraulische Pressen vor, um die Brücken anzuheben. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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«Stau oder stockender Verkehr am Brüttiseller Kreuz»: Solche oder ähnliche Verkehrsmeldungen werden in den nächsten Monaten alltäglich sein. Nach einer fünfmonatigen Pause werden beim wichtigsten Autobahnkreuz der Schweiz und Nadelöhr von und nach Zürich die Sanierungsarbeiten wieder aufgenommen. Die zweite Etappe dauert bis Ende September.

Die Verzweigung Brüttisellen, wo die A 1 und die Oberlandautobahn A 53 aufeinandertreffen, gehört mit 130'000 Fahrzeugen pro Tag zu den meistbefahrenen Autobahnabschnitten der Schweiz. Der instabile Baugrund führte dazu, dass sich die vier Brücken aus den 1970er-Jahren in unterschiedlichem Ausmass gesenkt haben. Nun müssen sie um bis zu 15 Zentimeter angehoben werden.

Eng begrenztes Zeitfenster

Die Sanierung der beiden 184 und 86 Meter langen Brücken sei technisch und logistisch eine sehr grosse Herausforderung, sagte Andrea Federli, der zuständige Projektleiter beim Bundesamt für Strassen (Astra), am Dienstag vor den Medien. Alle Fahrspuren, sämtliche Anschlüsse sowie alle Ein- und Ausfahrten müssen durchgehend offen bleiben.

Die Anhebung der einzelnen Brückenteile ist deshalb nur innerhalb eines eng begrenzten Zeitfensters zwischen 21 und 5 Uhr möglich. Für die Vorbereitung, die Anhebung selbst sowie die Rückführung der angehobenen Brücke in einen verkehrsfähigen Zustand bleiben knapp acht Stunden Zeit, wie Stephan Hofer, der leitende Bauingenieur, ausführte. Zusammen mit dem Astra erklärt er den zeitlichen Ablauf.

Anhebung in Schritten

Nach verschiedenen Vorarbeiten beginnt um 21 Uhr die «Operation am offenen Herzen». Der Verkehr wird auf die Gegenfahrbahn der «Zwillingsbrücke» umgeleitet. Danach werden die Fahrbahnübergangsteile demontiert. Die Brücke steht damit kurzfristig beidseitig getrennt von den weiterführenden Trassen da und muss in Längs- und Querrichtung stabilisiert werden.

Gegen 22 Uhr beginnt die eigentliche Anhebung. Das Brückenbauwerk wird mithilfe von hydraulischen Pressen millimetergenau angehoben. Sobald die Stütze auf die nötige Höhe angehoben ist, werden Stahlscheiben zwischen das Stützenfundament und die angehobene Stütze geschoben.

Kurz nach 23 Uhr ist die Brücke in der richtigen Lage. Derweil werden auf der Fahrbahn die provisorischen Übergänge vorbereitet. Um ein sicheres Auffahren auf die angehobene Brücke zu ermöglichen, werden auf einer Länge von rund zehn Metern Belagskeile eingebaut.

Um fünf Uhr für den Verkehr bereit

Um 2 Uhr müssen diese Arbeiten spätestens erledigt sein. Nur so ist gewährleistet, dass die Belagskeile genügend ausgekühlt sind, bevor um 5 Uhr die nun 15 Zentimeter höher liegende Brücke dem morgendlichen Verkehr übergeben werden kann.

Die Instandsetzung der Verzweigung Brüttisellen wird in mehreren Etappen durchgeführt. Die erste Etappe mit der Anhebung der beiden nördlichen Brücken dauerte von April bis November des vergangenen Jahres. Die dritte und letzte Etappe beginnt im Februar 2014 und dauert bis Oktober 2014.

Während dieser Zeit werden die Korrosionsschutzarbeiten an den Stahlträgern fortgesetzt und die Betonkonstruktion verstärkt. Andrea Federli geht davon aus, dass nach der Instandsetzung die Verzweigung Brüttisellen mit ihren vier Brücken während der nächsten 15 bis 20 Jahre sicher befahren werden könne. (jcu/sda)

Erstellt: 23.04.2013, 15:22 Uhr

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