Selbst Piloten dürfen dicker sein

Die Verkehrsbetriebe Zürich wählen ihre Fahrer unter anderem nach ihrer körperlichen Statur aus. Bei den Selektionen der Piloten der Swiss ist diese hingegen kein Thema.

Ohne Limite: Die Piloten der Swiss müssen sich nicht vor dem Body-Mass-Index fürchten. Er spielt bei der Anstellung keine Rolle.

Ohne Limite: Die Piloten der Swiss müssen sich nicht vor dem Body-Mass-Index fürchten. Er spielt bei der Anstellung keine Rolle. Bild: zvg

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Wer bei den Verkehrsbetrieben Zürich in den Führerstand will, darf höchstens einen Body-Mass-Index von 30 haben. Das bedeutet, dass eine 1,80 Meter grosse Person nicht schwerer als 97 Kilo sein darf.

Auch für Piloten von Fluggesellschaften gilt in der Schweiz eine Gewichtslimite. Gemäss Anton Kohler, Kommunikationsbeauftragter des Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), gilt auf für sie grundsätzlich ein Body-Mass-Index (BMI) von 35. Der BMI ist eine verbreitete Grösse, die Auskunft über das Idealgewicht gibt. «Ist ein Pilotenanwärter schwerer, muss er bei seiner Bewerbung belegen, dass er beispielsweise in der Lage ist, das Flugzeug übers Cockpit zu verlassen», sagt der Bazl-Sprecher. De facto sei eine Anstellung als Pilot aber auch dann möglich. Die medizinischen Abklärungen müssten allerdings ergeben, dass der Kandidat in der Lage ist, diesen Beruf auszuüben.

Medizinischer und optischer Aspekt

Anders als die Verkehrsbetriebe Zürich selektioniert die Fluggesellschaft Swiss ihre Mitarbeiter individuell und ohne ausschliesslich den BMI beizuziehen. Laut Myriam Ziesack, Sprecherin der Swiss, bestehe ein Unterschied zwischen Kabinenbesatzung und Cockpitpersonal. «Bei den Flight Attendants muss die Gesamterscheinung stimmig sein.» Es gehe dabei einerseits um den medizinischen, andererseits um den optischen Aspekt.

Bei den Piloten sind die Flugtauglichkeitstests massgebend. «Sie müssen gesamthaft gesehen gesund sein, der BMI allein würde zu wenig aussagen.» Bereits angestellte Cockpit-Besatzungen müssten sich einer regelmässigen Untersuchung unterziehen. Werde dabei eine markante Gewichtszunahme festgestellt, mache der Vertrauensarzt den betroffenen Mitarbeiter darauf aufmerksam. «Gemeinsam sucht man dann nach einer Lösung.»

Feuerwehrmänner müssen zum Sporttest

Selbst Feuerwehrleute dürfen dicker sein als Tramchauffeure. Laut Mediensprecher Roland Portmann liegt die Obergrenze des BMI für die Berufsfeuerwehr bei 32. «Das gilt für die Feuerwehren der gesamten Schweiz.» Bei einem Body-Mass-Index von über 32 gelte eine Person als nicht atemschutztauglich. Sie könne darum nicht bei der Feuerwehr tätig sein. Bei Schutz & Rettung geht man aber noch weiter. «Unsere Berufsfeuerwehrleute müssen jährlich einen Sporttest bestehen.» Dieser sei umfangreich, beinhalte beispielsweise einen 12-Minuten-Lauf und werde fachlich begleitet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.10.2011, 15:58 Uhr

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