Sexualkunde für Kindergärtler: Regierungsrat lehnt Verbot ab

Drei Kantonsräte wollten ein Verbot des Sexualkundeunterrichts bis zur Mittelstufe. Die Regierung hält das für unnötig.

Stiess in Basel auf Protest und Ablehnung: Unterrichtsmaterial für Sexualkunde.

Stiess in Basel auf Protest und Ablehnung: Unterrichtsmaterial für Sexualkunde. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Regierungsrat hat beschlossen, dass er ein Verbot von Sexualkunde in der Unterstufe nicht unterstützt. Ein Gesetz sei schlicht unnötig. Mit einer Motion vom Juli dieses Jahres wollten zwei EDU-Kantonsräte zusammen mit SVP-Mann Claudio Schmid den Regierungsrat dazu bringen, ein Verbot gesetzlich zu verankern.

In seiner Antwort auf die Motion schreibt der Regierungsrat, dass «der Lehrplan für die Volksschule des Kantons keinen Sexualunterricht für die Kindergarten- und Unterstufe der Primarschule» vorsehe. Dieser sei auch im Rahmen des Lehrplans 21 nicht vorgesehen. Deshalb sei eine gesetzliche Verankerung unnötig.

Bedenken wegen offener Hintertür

EDU-Kantonsrat Hans Peter Häring, der die Motion mit einreichte, ist froh, dass «der Regierungsrat klar in unserem Sinne Stellung bezogen hat». Ein Verbot von Sexualkunde in der Unterstufe stosse seiner Ansicht nach in der Bevölkerung auf grosse Zustimmung. Allerdings bleibt er skeptisch: «Bei den Homosexuellen ging es auch erst nur ums Partnerschaftsgesetz, und die Adoption von Kindern war tabu.» Nun stosse das Thema plötzlich auf immer breitere Zustimmung – auch in bürgerlichen Kreisen. Gleiches, vermutet Häring, könne auch bei der Sexualkunde passieren.

Häring weiss noch nicht, wie er weiterfahren wird. «Wir werden besprechen, ob uns die Antwort ausreicht oder wir nach Partnern suchen, welche uns unterstützen.» Der wichtigste Punkt sei für ihn aber erfüllt: «Der Regierungsrat musste klar sagen, was er zu diesem Thema denkt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.10.2011, 12:03 Uhr

Artikel zum Thema

Sexualunterricht im Kindergarten: Massieren ist hilfreich

In Basel sollen bereits Kindergärtler aufgeklärt werden. Dies sorgt für Aufregung bei Eltern und Politikern. Zürich will den Sexunterricht nicht einführen, aber auf alle Fragen von Kindern reagieren. Mehr...

Infobox

Auslöser für den Vorstoss der Zürcher Kantonsräte war der Kanton Basel-Stadt, der auf kommendes Schuljahr Sexualkunde für Kindergärtler einführen wollte. In diesen Lektionen hätten die Kleinen mithilfe von Plüsch-Geschlechtsteilen aufgeklärt werden sollen. Die Proteste waren zahlreich und liessen Basel schliesslich auf das Projekt verzichten.

Mit ihrer Motion wollten die Zürcher Kantonsräte nun Ähnliches im Kanton Zürich verhindern. (SDA)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Weltstars im Letzigrund

Letzte Tickets: Weltmeister, Olympiasieger und die besten Schweizer live erleben. Sportliche Höchstleistungen und unvergleichliche Stimmung - bei Weltklasse Zürich am 24. August!

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Auf Abfall gebettet: Ein Arbeiter einer Wertstoffdeponie in Peschawar, Pakistan, ruht sich auf einem riesigen Berg Plastikmüll aus. (17. August 2017)
(Bild: Fayaz Aziz) Mehr...