So sieht das neue Züri-Tram aus

Der Tram-Streit ist entschieden: Stadler Rail entgeht ein 360-Millionen-Auftrag. Das neue Modell aus Kanada im Bild und Video.

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Heute teilten die VBZ mit, dass in der Trambeschaffung endlich Klarheit herrscht. Hersteller Bombardier mit Hauptsitz in Kanada wird ein Tram der Flexity 2-Reihe für Zürich herstellen. Die vorgestellte Variante heisst Jakob und hat Sitze aus Holz, wie das Video des Herstellers zeigt:

Unterwegs zur fiktiven Haltestelle Züri-Leu: Das neue Züri-Tram in Bewegung. (Quelle: VBZ)

Diesem Entscheid ist ein langer Streit vorausgegangen. Mitbewerber bei der Vergabe des über 300 Millionen Franken schweren Auftrages waren Stadler Rail aus dem Thurgau, CAF aus Spanien und Siemens aus Deutschland.

Peter Spuhler, Besitzer von Stadler Rail, hatte sich lauthals über das Offert-Verfahren der VBZ beschwert. Er fordert, bei den Zürcher Verkehrsbetrieben müssten «Köpfe rollen», so unsauber sei der Ablauf. Aber nicht nur Bewerber hatten sich gegen die Vergabe gewehrt.

Geplant war, dass 2016 die neuen Trams über Zürichs Schienen rollen. Ein juristisches Hickhack hat dies verhindert. Nachdem im Februar 2011 die Ausschreibung durch die VBZ gestartet wurde, stellte sich der kantonale Verkehrsrat in der Folge quer, als es um eine Kostengutsprache für das weitere Vergabeverfahren bzw. die Trambeschaffung ging. Dieser Rat ist verantwortlich für die Geschäfts- und Haushaltsführung des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Von den VBZ ist niemand direkt im Verkehrsrat vertreten, die Stadt Zürich ist mit Stadtrat Raphael Golta (SP) präsent.

VBZ entlastet

Der ZVV wollte im Juni 2014 von einem Gutachter eine Zweitmeinung einholen lassen zu den Offerten, welche den VBZ vorlagen. Dagegen stemmten sich einige Anbieter, da sie befürchteten, Konkurrenten könnten heikle Informationen über ihre Angebote erhalten und sich so Vorteile verschaffen. Die VBZ gaben dem Gutachter nur eigene Unterlagen weiter.

Im Dezember 2014 lag noch immer keine Kostengutsprache vor. Dagegen legten die VBZ beim Regierungsrat Rekurs ein. Die Verkehrsbetriebe führten ins Feld, der ZVV sei nicht zuständig für den Zuschlag in dem Verfahren. Ein zweites Gutachten aus Deutschland sollte abschliessende Klarheit schaffen. Es wurde Anfangs 2016 beim TÜV Süd Rail GmbH in Auftrag gegeben.

Wie der Zürcher Stadtrat Andres Türler (FDP) gemeinsam mit VBZ-Direktor Guido Schoch am Dienstag gegenüber Medien sagte, habe das Zweitgutachten den Verkehrsbetrieben ein «einwandfreies Vorgehen» bei der Auswertung der Offerten bescheinigt.

Stahl statt Alu

Hersteller Bombardier wird siebzig Fahrzeuge liefern. Diese werden zwischen 2018 und 2023 ausgeliefert. Sie ersetzen die erste und zweite Serie des Tram 2000. Diese sind nach 40 Jahren am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Der Auftrag hat laut Medienmitteilung ein Volumen von 358 Millionen Franken.

In Basel und Berlin fahren bereits seit mehreren Jahren Flexity-Trams über die Gleise. Das Zürcher Modell wird 276 Personen Platz bieten und durchgehend niederflurig sein. Damit weist es eine grössere Kapazität als das Cobra-Tram auf. Während letzteres ein Fahrgestell aus Aluminium hat, wird das neue Modell aus Stahl konstruiert. Das soll den Unterhaltsaufwand senken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.05.2016, 14:09 Uhr

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