Sozialarbeiter verteidigen ihre Tarife

Die Firma Solidhelp sieht sich Kritik ausgesetzt, seit bekannt ist, dass sie im Fall Hagenbuch 135 Franken pro Stunde verrechnet. Ein Handwerker verlange gleich viel, sagt der Chef.

Ohne professionelle Hilfe käme die Familie laut den Verantwortlichen von Solidhelp nicht zurecht: Schuhe von Flüchtlingen in einer Unterkunft.

Ohne professionelle Hilfe käme die Familie laut den Verantwortlichen von Solidhelp nicht zurecht: Schuhe von Flüchtlingen in einer Unterkunft. Bild: Keystone

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Dass die Sozialarbeiter, die der Flüchtlingsfamilie von Hagenbuch helfen, 135 Franken pro Stunde verrechnen, sorgt in der Gemeinde schon lange für Irritation. Der Chef der zuständigen Firma Soldihelp, Christoph Bänziger, rechtfertigt seine Tarife nun im «Blick». «Unsere Arbeit ist jeden Franken wert», wird er in der Zeitung zitiert. Zudem seien die Ansätze im Vergleich nicht überrissen: «Jeder Handwerker verlangt 150 Franken.»

Bänziger ist überzeugt, dass die Flüchtlingsfamilie ohne professionelle Unterstützung nicht zurecht käme. Ehrenamtliche Helfer wären der Aufgabe seiner Ansicht nach nicht gewachsen. Ein gutes Bauchgefühl genüge in einem solchen Fall nicht, sagt er. Ein Betreuer müsse auch reflektieren können.

Helfen beim Einkaufen, Kochen und Putzen

Die Sozialarbeiter der Firma Soldihelp kümmern sich im Auftrag des Staates um insgesamt 60 Familien. In der Regel sind sie zwischen drei und fünf Stunden im Einsatz. Im Hagenbucher Fall sind mehrere Sozialarbeiter die ganze Woche über an sechs Stunden pro Tag beschäftigt. Sie helfen unter anderem beim Einkaufen, Kochen und Putzen. Am Wochenende und abends verrechnet Solidhelp den Behörden dafür einen Sondertarif: 145 Franken pro Stunde. (hub)

Erstellt: 16.09.2014, 08:41 Uhr

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