Spatenstich gegen den Milliardentunnel

An der Rosengartenstrasse hat die Umweltorganisation Umverkehr mit einer Aktion gegen den Tunnelbau protestiert.

Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Organisation Umverkehr gegen das Rosengartenprojekt demonstriert.

Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Organisation Umverkehr gegen das Rosengartenprojekt demonstriert. Bild: Ev Manz

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Martin Vollenwyder (FDP), ehemaliger städtischer Finanzvorsteher, hält ein Schild mit den zwei weissen Richtungspfeilen «Kanton» und «Steuerzahler» in der Hand. Andres Türler (FDP), einst städtischer Tiefbauvorsteher, ein solches mit den Aufschriften «Stadt» und «Geld verlochen». Davor steht Carmen Walker Späh (FDP), amtierende Volkswirtschaftsdirektorin, mit der Kantonskasse, aus der sie zig goldene Münzen auf einen Haufen Erde neben der Rosengartenstrasse schüttet. Daneben steht ein Spaten.

Die drei Politiker sind aber nicht wirklich die drei Politiker, sondern mit Kartonmasken verkleidete Vertreterinnen und Vertreter der verkehrspolitischen Umweltorganisation Umverkehr. Am Freitagmorgen haben sie gegen das Rosengartenprojekt protestiert, über das das Stimmvolk des Kantons Zürich am 9. Februar befindet. Aus Sicht der Regionalgruppe Zürich sind die Kosten für den Tunnelbau viel zu hoch. Mit dem symbolischen Spatenstich auf der Verkehrsinsel bei der Nordstrasse wollten sie zeigen, wer aus ihrer Sicht für die «verlochten» 1,1 Milliarden Franken verantwortlich wäre.

Kapazitätsausbau befürchtet

Die Organisation befürchtet trotz anderer Versprechen des Kantons mit dem Tunnelbau einen Kapazitätsausbau auf der Achse. Heute verkehren auf der Rosengartenstrasse rund 56'000 Autos pro Tag. Der Regierungsrat hat die Plafonierung dieser Verkehrsmenge festgehalten. Umverkehr bezeichnet das Projekt als Stadtzerstörung, die dem Quartier durch die Baustelle zusätzliche Belastungen statt Verbesserungen bringt. Simone Brander, SP-Gemeinderätin und Mitglied der Regionalgruppe Zürich, sagt: «Kein Wunder, steht die Quartierbevölkerung gemäss Umfrage des Quartiervereins dem Projekt skeptisch gegenüber.»

Die Organisation fordert deshalb statt einer langen Bau- und Planungsphase schnell «griffige Sofortmassnahmen» an der Rosengartenstrasse – Lichtsignale, Fussgänger- und Velostreifen, Fussgängerinseln, Busbevorzugung, Temporeduktionen und Spurabbau. Brander sagt: «Das kostet deutlich weniger, löst die Probleme nachhaltig und verschandelt nicht eines der beliebtesten Wohnquartiere der Stadt Zürich.»

Erstellt: 27.12.2019, 13:22 Uhr

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