Spitalpark: Stadt gibt nach – jetzt warten alle auf den Heimatschutz

Die Stadt Zürich lenkt ein im Seilziehen um den provisorischen Bau des Universitätsspitals im Spitalpark. Sie zieht das Urteil des Baurekursgerichts nicht weiter. Offen ist der Entscheid des Heimatschutzes.

Ob er gebaut werden darf, ist noch nicht klar: Modulbau des Unispitals im Spitalpark.

Ob er gebaut werden darf, ist noch nicht klar: Modulbau des Unispitals im Spitalpark. Bild: PD (Visualisierung)

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Auch nach dem Einlenken der Stadt steht die Ampel für die Baumaschinen noch nicht auf Grün: Wie Gregor Lüthy, Sprecher des Unispitals, sagt, läuft die Rekursfrist noch bis Mitte September. Es könne sein, dass der Zürcher Heimatschutz rekurriere. Dessen Präsident Thomas Müller konnte noch nichts Definitives sagen. «Wir sind noch in der Entscheidungsfindung.» Müller stellt einen Entscheid auf Anfang September in Aussicht. Der Heimatschutz ist einspracheberechtigt, bestätigt Müller. Das war zunächst unklar gewesen.

Der provisorische Modulbau dient dem Unispital als Rochadefläche während der Gesamterneuerung. Er entsteht in einer Ecke des Spitalparks, in der Nähe zu Notfall, Operationssälen, Magnetresonanz-Zentrum und Helikopterlandeplatz. Damit gewährleistet er auch während der Sanierungszeit einen funktionierenden Betriebsablauf und eine zügige Versorgung der Patienten.

Die Stadt stellte ursprünglich denkmalpflegerische Überlegungen über medizinische. Sie verweigerte dem Spital im Oktober 2013 die Baubewilligung und genehmigte einzig den Bau einer Technikzentrale. Das Provisorium könne auch an einem alternativen Standort in der Nähe erstellt werden, hiess es damals. Die Kommentare zum städtischen Entscheid waren im Kantonsrat harsch.

Schneller Entscheid

Auch der Regierungsrat reagierte ungewohnt scharf und rekurrierte – mit Erfolg. Das Baurekursgericht gab ihm Mitte Juli Recht. Der vorgeschlagene Alternativstandort sei zu wenig an den Spitalbetrieb angebunden.

Nun hat der Stadtrat das Urteil akzeptiert. Dass der Entscheid, nicht weiterzuziehen, schnell fiel, deutet darauf hin, dass man dem Spital keine Knebel mehr zwischen die Beine werfen will und dem Spital ermöglichen will, schnell zu bauen. Denn der Zeitplan ist bereits jetzt sehr eng. Bald muss der Nukleartrakt aus feuerpolizeilichen Gründen geräumt werden, und es steht derzeit keine Ersatzfläche zur Verfügung.

Die Stadt setze auf die «laufende gute Zusammenarbeit mit Kanton, Unispital, ETH und Universität im Rahmen der Hochschulplanung», teilte sie heute Mittwoch mit. Voraussichtlich noch vor den Herbstferien werde der Masterplan für dieses Gebiet der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Provisorium soll 20 Jahre stehen. Die Kosten dafür sind auf 89 Millionen Franken veranschlagt. Für die Gesamterneuerung des Unispitals sind Investitionskosten von 2,84 Milliarden vorgesehen. Dazu kommt ein Sanierungsaufwand von bis zu 750 Millionen. (pu/sda)

Erstellt: 20.08.2014, 14:48 Uhr

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