Ständeräte wollen Bahnhof Stadelhofen ausbauen

Der Ständerat heisst den Ausbau der Bahnstrecke Zürich–Winterthur gut. Bis 2030 sollen der Brüttenertunnel und das 4. Gleis des Bahnhofs Stadelhofen gebaut werden. Der Kanton ist begeistert, der VCS relativiert.

Immer verstopfter: der Bahnhof Stadelhofen.

Immer verstopfter: der Bahnhof Stadelhofen. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Nach dem Nationalrat hat heute Donnerstag auch der Ständerat der sogenannten Fabi-Vorlage zugestimmt (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur). Das ist eine gute Nachricht für den Kanton Zürich. Denn in der Verkehrsvorlage sind Projektierungskredite für den Brüttenertunnel und den Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen enthalten. Die Volkswirtschaftsdirektion von Ernst Stocker (SVP) ist gibt sich in einer Mitteilung denn auch «sehr erfreut» über den Entscheid.

Die beiden Grossvorhaben sollen nun – wie auch der Zimmerberg-Basistunnel II und der Ausbau der Strecke Zürich–Aarau – bis 2030 gebaut werden, schreibt die VD euphorisch. Markus Knauss vom VCS Zürich bremst die Begeisterung etwas. «Das ist ein frommer Wunsch», meint er. Es gebe keine Garantie, dass der Brüttenertunnel und das 4. Gleis des Bahnhofs Stadelhofen tatsächlich gebaut werden. Objektkredite sind für diese Vorhaben noch nicht gesprochen.

Entscheid erst 2018

Erst 2018 falle der Entscheid, wenn der Bundesrat seine Botschaft verabschiedet und sich die Eidgenössischen Räte einigen müssen, welche der vielen und aus allen Regionen der Schweiz geforderten Projekte tatsächlich realisiert werden.

Knauss sieht daher keinen Grund, die kantonale VCS-Initiative «Bahnhof Stadelhofen: pünktlich und zuverlässig» zurückzuziehen. Darin fordert der Verband, dass der Kanton Zürich die Initiative bezüglich des 4. Gleises ergreift und selbständig plant. Dass der Bund nachträglich aufspringt, schliesst die Initiative nicht aus. VD-Sprecher Jérôme Weber sagt hingegen, dass es unsicher sei, dass der Stadelhofer Ausbau mit der VCS-Initiative «viel schneller» realisiert würde, da die ganzen Planungs- und Bauarbeiten komplex sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Initiative wird derzeit in der kantonsrätlichen Verkehrskommission beraten.

Der Kanton Zürich rechnet mit 470 Millionen Franken für den Ausbau Stadelhofen, der Bund mit 670 Millionen. Für die Planung sind rund 25 Millionen vorgesehen.

Kulturlandinitiative als Hindernis?

Auch bezüglich des Brüttenertunnels zwischen Dietlikon und Winterthur ist der VCS skeptisch. Er hatte mit einer anderen Volksinitiative eine Alternative vorgestellt und versucht, den Ausbau der Verbindung Zürich–Winterthur mit zusätzlichen Gleisen auf der Stammstrecke zu realisieren, war aber damit beim Stimmvolk gescheitert.

Derzeit wird für 77 Millionen die Überwerfung Hürlistein gebaut, damit sich ab Dezember die Züge der Strecken Zürich–Wallisellen–Effretikon und Zürich–Flughafen–Effretikon ungehindert kreuzen können. «Wenn der Brüttenertunnel kommt, sind diese Investitionen umsonst», meint Knauss. Zudem könnte es Probleme mit der Kulturlandinitiative geben, so der VCS-Geschäftsführer. Denn am Südportal des Tunnels im Raum Bassersdorf/Dietlikon ist ein ungefähr 2 Kilometer langer offener Damm durch bestes Landwirtschaftsland geplant.

Laut Zürcher Regierungsrat kostet der Brüttenertunnel 1,1 Milliarden, laut Berechnungen des Bundes, der auch alle flankierenden Massnahmen einberechnet, 2,1 Milliarden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2013, 17:11 Uhr

Auf dieser Wiese soll der Damm zum Brüttenertunnel gebaut werden. (Bild: PD)

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