Statt Bussen verteilen Ostschweizer Nachtzuschläge

Die Zugbegleiter wollen den Nachtzuschlag abschaffen – aus Sicherheitsgründen. Die Ostschweizer Regionalbahn Thurbo verfolgt eine andere Strategie.

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Die Zugbegleiter strecken die Waffen. Der Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) will den Nachtzuschlag von 5 Franken ersatzlos streichen. Der Grund: Immer wieder kommt es in den S-Bahnen, die nach 1 Uhr unterwegs sind, zu Konflikten zwischen Billetkontrolleuren und Nachtschwärmern, die ohne gültigen Zuschlag unterwegs sind.

80 Franken Busse sind nicht nur vielen Passagieren, die mit Billet, aber ohne Nachtzuschlag unterwegs sind, zu viel. Auch mehrere Leser von Tagesanzeiger.ch würden nicht den Zuschlag abschaffen, sondern den Zugang dazu erleichtern: «Da alle Nachtzüge begleitet sind, könnten die Kontrolleure auch den Zuschlag verkaufen», schlägt Markus Rotkopf vor. Inklusive des üblichen Zuschlags von 10 Franken für den Billetverkauf im Zug ergäbe das dann einen Preis von 15 Franken «und wohl ein paar rote Köpfe weniger.»

Genau diesen Weg wählt die Ostschweizer Regionalbahn Thurbo. Neben dem Nachtzuschlag-Verkauf über Automaten und SMS besteht in den Thurbo-Zügen die Möglichkeit, beim Bahnpersonal zu lösen. Diese Dienstleistung kostet 10 Franken. Bussen von 80 Franken stellt Thurbo nur aus, wenn Passagiere ohne gültigen Fahrausweis unterwegs sind. Bei Grossveranstaltungen, wenn nicht nur die üblichen Nachtschwärmer per Zug nach Hause fahren, geht Thurbo noch weiter: Das Personal fragt an der Zugtür nach dem Nachtzuschlag und stellt bei Bedarf gleich ein Ticket aus.

Weniger Aggressionen im Zug

Diese Dienstleistungen sollten helfen, das Aggressionspotential zu vermindern, erklärt Mediensprecher Gallus Heuberger. «Das funktioniert so weit gut.» Dass Thurbo Nachtzuschläge verkauft statt Bussen auszustellen, wirkt sich laut Heuberger auch positiv auf die Gemütslage der Fahrgäste aus: «Bestimmt gibt es damit weniger Auseinandersetzungen, als wenn die Passagiere 80 Franken Busse bezahlen müssten.»

Auf den Nachtzuschlag gänzlich zu verzichten, steht in der Ostschweiz derzeit nicht zur Debatte. Der Obulus sei nötig, um das Angebot zu finanzieren, erklärt Heuberger. «Ohne diese 5 Franken müssten unsere Besteller einspringen, also die Kantone, und damit letztlich der Steuerzahler.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.10.2010, 13:53 Uhr

Verkauf am Platz: Thurbo-Zug bei Gossau SG. (Bild: Keystone )

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