Studenten gehen heute auf die Strasse

Die Studenten der Uni Zürich wollen die Erhöhung der Gebühren um 160 Franken nicht hinnehmen. Nachdem sie 2009 dagegen protestierten und Universitätsräume besetzten, rufen sie für heute zu einer Demo auf.

Sprachen nach tagelanger Besetzung von Uni-Räumen zu den Demonstranten: Regierungsrätin Regina Aeppli (rechts) und Rektor Andreas Fischer (2. Dezember 2009).

Sprachen nach tagelanger Besetzung von Uni-Räumen zu den Demonstranten: Regierungsrätin Regina Aeppli (rechts) und Rektor Andreas Fischer (2. Dezember 2009). Bild: Keystone

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Um 16.15 Uhr heute Nachmittag rufen die Jungsozialisten und die Organisationen «Uni von Unten» und «Unsere Uni» zur Demonstration gegen die Erhöhung der Studiengebühren auf. Wie viele Leute sich beim Haupteingang der Universität Zürich versammeln werden, ist offen. Klar ist, dass der Unmut bei den Protestierenden gross ist. Sie kritisieren SP-Bildungsdirektorin Regine Aeppli scharf, ihr Versprechen von 2009 nicht eingehalten zu haben.

Damals versprach sie den Studierenden, sich gegen eine Erhöhung der Gebühren einzusetzen. Dies, nachdem Studenten wochenlang Räume der Uni besetzten. Nun sieht es anders aus: Ab Frühjahr 2013 sollen Studierende 160 Franken mehr pro Jahr auf den Tisch legen. Dies teilte die Bildungsdirektion des Kantons den Vertretern der verschiedenen Studienorganisationen des Kantons Zürich vor einer Woche mit.

Notfalls bis vor Gericht

Eine Erhöhung der Studiengebühren würde knapp 4,5 Millionen Franken mehr einbringen. Heute Montag soll der Antrag von Regierungsrätin Aeppli durch den Universitätsrat abgesegnet werden. Wir halten eine Demonstration für ein legitimes Mittel, sagt Martin Röck vom Studierendenrat der Uni Zürich gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Ob die Uni wie im Herbst 2009 wieder besetzt wird, ist unklar. Die Studierenden künden jedenfalls an, nicht nur mit einer Kundgebung gegen die Erhöhung vorzugehen. Sie behalten sich auch vor, den zu erwartenden Entscheid für höhere Gebühren vor Gericht zu ziehen. Laut Röck ist die Rechtslage zwar schwammig, doch juristische Mittel würden geprüft.

Gebühren für das Praktikum

Besonders unzufrieden sind die Medizinstudenten. Wird die Gebührenerhöhung beschlossen, müssten sie nicht nur für jedes Studienjahr mehr bezahlen, sondern auch für das Wahlstudienjahr. Bei Letzterem sind sie jedoch nicht an der Uni, sondern absolvieren ein Praktikum im medizinischen Bereich. Dafür der Uni Gebühren zu bezahlen, leuchtet den Medizinstudenten nicht ein. Zudem müssten sie künftig deutlich höhere Prüfungsgebühren berappen.

«Wir werden diese Änderungen nicht einfach hinnehmen», sagt Nicolai Berardi von der Bildungskommission des Fachvereins Medizin. Zu den konkreten Massnahmen könne er aber «aus taktischen Gründen zurzeit noch keine weiteren Auskünfte erteilen».

Die Universität Zürich wusste offenbar bis am Vormittag nichts von der Demonstration. Ob sie legal ist und wie man seitens des Rektorats darauf reagiert, ist offen. Die entsprechende Anfrage von Tagesanzeiger.ch wird voraussichtlich bis am frühen Nachmittag beantwortet.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.03.2012, 11:34 Uhr

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