Studie plädiert für mehr Flugbewegungen

Der Flughafen Zürich kann sich auch bei mehr als jährlich 320'000 Flugbewegungen nachhaltig entwickeln. Sind es nur 250'000 ist dies nicht der Fall. Zu diesem Fazit gelangt eine neue Studie.

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Das Komitee Weltoffenes Zürich, ein Zusammenschluss von Unternehmern, will die emotional aufgeladene Flughafendebatte mit Zahlen und Fakten versachlichen. Dies sagte Geschäftsführer Thomas Koller gestern vor den Medien und präsentierte eine neue Studie, welche die ETH Zürich und die Universität St. Gallen als Auftragsarbeit erstellt haben. Die wichtigste Erkenntnis aus den komplizierten Berechnungen: Der Flughafen Zürich wachse im Spannungsfeld Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft nachhaltig. Der politisch umstrittene Wert von jährlich 320'000 Flugbewegungen liege «deutlich» unter der Grenze, an der die Nachhaltigkeit des Luftverkehrswachstums in Frage gestellt wäre.

Ausgehend vom heutigen Zustand, zeigt die Studie, dass bei jährlich 320'000 Flugbewegungen, also 15 Prozent mehr als 2007, der zusätzliche wirtschaftliche Nutzen 190 Millionen Franken betrage, zum Beispiel wegen mehr Direktverbindungen, welche die Reisezeit der Passagiere verkürzen. Die zusätzlichen Kosten aus Luftverschmutzung (CO2, Stickoxide) und Lärm würden sich auf 57 Millionen Franken belaufen. Unter dem Strich resultiere ein Gewinn von 133 Millionen.

Anders sieht es gemäss Studie aus, wenn die Flugbewegungen auf 250'000 abnehmen, wie dies die (2007 vom Volk verworfene) Plafonierungsinitiative gefordert hatte. In diesem Fall übersteige der wirtschaftliche Schaden den ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen. Keine Angaben macht die Studie zur Frage, wie viele Flugbewegungen maximal möglich sind, damit sich Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft weiterhin nachhaltig entwickeln können. 350'000 oder 400'000? Um dies zu eruieren, bedürfe es einer weiteren Untersuchung, sagte ETH-Fachmann und Mitautor Kay W. Axhausen.

Die Studie ist «bereits Makulatur»

Die Studie hat bei den Flughafenanrainern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Für Fritz Kauf vom Verein Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO) ist sie wegen der darbenden Weltwirtschaft «bereits Makulatur». Die Zahl der Flugbewegungen werde abnehmen – was im Sinne der Nachhaltigkeit sei. Die von der Schweizer Wirtschaft und dem Tourismus nachgefragten Flugbewegungen lägen bei 220'000. «Alles andere ist künstlich geschaffen und nicht nachhaltig.» Richard Hirt, Präsident des Fluglärmforums Süd, spricht von einem Parteigutachten, ärgert sich aber nicht darüber: Die Studie enthalte nicht viel Neues.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.10.2008, 22:20 Uhr

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