«Teure Wohnungen sind eine Zuwanderungsbremse»

Die Vorlage «Bezahlbare Wohnungen für Zürich» wird von Lesern von Tagesanzeiger.ch/Newsnet kritisiert. Viele haben den selben Vorschlag zur Behebung der Wohnungsknappheit.

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Die Vorlage, über die am 27. November 2011 abgestimmt wird, sieht eine Änderung der Gemeindeordnung vor: Künftig soll ein Drittel aller Mietwohnungen in der Stadt in gemeinnützigen Händen liegen. Davon erhofft sich sowohl der Stadt- als auch der Gemeinderat, der Überteuerung der Mietzinsen Einhalt zu gebieten. Das sieht eine Mehrheit der Kommentarschreiber von Tagesanzeiger.ch/Newsnet allerdings anders:

Anja Stauber ist nicht die einzige, die befürchtet, dass gerade Normalverdiener unter der Vorlage leiden werden: «Der Mittelstand profitiert nicht von den vergünstigten Wohnungen, sondern wird massiv zur Kasse gebeten. Gleichzeitig wird der Wohnungsmarkt noch knapper und teurer.»

«Stadt gibt immer mehr aus»

Auch Fredy Huber fragt sich, was die Erhöhung des Kontingents von nicht gewinnorientierten Wohnungen kosten wird: «Unsere Stadt gibt immer mehr aus. Dass das Geld auch irgendwoher kommen muss, wird vergessen. Mittelfristig werden wieder die Steuern erhöht oder das Geld wird andernorts eingespart.»

Dagegen wendet Pawel Silberring ein, Genossenschaftswohnungen seien keineswegs immer subventioniert, sondern unterläegen nicht dem marktüblichen Profitstreben und können deshalb billiger vermietet werden.

Einige Kommentarschreiber, darunter Fritz Waibel, ringen der Wohnungsknappheit gar positive Seiten ab: «Teure Wohnungen haben zur Folge, dass nicht alle in Zürich wohnen wollen. Es ist eine natürliche Zuwanderungsbremse.»

Hochhäuser müssen her

Fabio Brugger weist darauf hin, dass der steigende Platzbedarf einer der Hauptgründe für die Wohnungsknappheit ist und nennt als Beispiel ausgerechnet die SP-Gemeinderätin Jacqueline Badran, die hinter der Vorlage steht, selber jedoch «auf 270 Quadratmeter wohnt».

Wie auch viele andere Kommentarschreiber, sieht Hans Mayer eine mögliche Lösung im Bau von Hochhäusern: «Bauten die öffentlich finanziert werden, sollten mindestens zehn Stockwerke hoch sein. So würde auf der selben Bodenfläche mindestens das Doppelte an Wohnungen entstehen.» Ein weiterer Leser fügt an: «Wenn grössere und höhere Überbauungsprojekte einfacher erstellt werden dürften, würde das Wohnungsangebot steigen und somit die Mietpreise sinken.»

Erstellt: 03.11.2011, 16:32 Uhr

Wohnsiedlungen in Zürich

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Quelle: Finanzdepartement Stadt Zürich

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