Tiefenbrunnen: SBB müssen Neubauprojekt überarbeiten

Das Baurekursgericht hat entschieden, dass die SBB das Attikageschoss ihrer geplanten Überbauung beim Bahnhof Tiefenbrunnen anzupassen haben.

Für manche Nachbarn ein «Unding»: Die geplante SBB-Überbauung mit dem umstrittenen Dachaufbau.

Für manche Nachbarn ein «Unding»: Die geplante SBB-Überbauung mit dem umstrittenen Dachaufbau. Bild: Visualisierung: PD

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Schlappe für die SBB und den Zürcher Stadtrat: Das Baurekursgericht des Kantons hat einen Rekurs von Anwohnern im Seefeld gutgeheissen und die Baubewilligung für die geplante SBBÜberbauung beim Bahnhof Tiefenbrunnen aufgehoben. Der Rekurs wurde vor allem wegen des übergrossen Dachaufbaus gutgeheissen, wie aus dem Entscheid des Baurekursgerichts hervorgeht.

Die Bausektion des Stadtrats hatte die Bewilligung für das 135 Meter lange und bis vier Stockwerke hohe Geschäftshaus auf dem Areal zwischen den Gleisen und der Bellerivestrasse im November 2012 erteilt. Dagegen erhoben die in der IG Tiefenbrunnen zusammengeschlossenen Anwohner Einsprachen. Für sie gilt die Überbauung als «Unding» und «Riegel».

Die SBB werden das Projekt nun überprüfen und das Attikageschoss des Neubaus «bezüglich Grösse und Verteilung überarbeiten», wie sie gestern mitteilten. In diesem Zusammenhang werde auch die Ausnützung neu berechnet. Das Baurekursgericht habe das Neubauprojekt bezüglich Länge, Grösse und Erschliessung allerdings nicht beanstandet, betonte SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage. Ein gänzlicher Verzicht auf den Neubau stehe deshalb «nicht zur Diskussion». Ob die Bahn den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterzieht, will sie in den nächsten Tagen entscheiden.

Genugtuung bei Anwohnern

Sehr erfreut über den Entscheid des Baurekursgerichts zeigte sich die Sprecherin der Interessengemeinschaft Tiefenbrunnen, Nadja Herz. Sie sprach von einem grossen Erfolg für die Anwohnerinnen und Anwohner. Die Bauherrschaft müsse nun wieder «zurück auf Feld 1». Sie habe sich schon sehr gewundert, als die Bausektion des Stadtrats das Dachgeschoss in dieser Form bewilligte, sagte Herz.

Das aktuelle Bauprojekt am Bahnhof Tiefenbrunnen haben die SBB entwickelt, nachdem ein früheres Bauvorhaben des Architekten Theo Hotz – im Volksmund «Hotz-Chlotz» genannt – am Widerstand von Anwohnern gescheitert war. Im neuen Geschäftshaus sind Büros, Läden und auch ein Aussichtsrestaurant geplant. Im Untergeschoss sollen die bestehende Park+Rail-Anlage sowie zusätzliche Parkplätze untergebracht werden. Das Projekt stammt von Spillmann Echsle Architekten, die einen Wettbewerb gewonnen haben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.03.2014, 16:26 Uhr

Standort der Neubaus (Grafik: TA)

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