Tierarzt für qualvollen Pony-Tod verurteilt

Das Winterthurer Bezirksgericht hat am Freitag einen national bekannten Military-Reiter wegen Tierquälerei verurteilt. Angeklagt worden ist er von Tieranwalt Antoine F. Goetschel.

Im Spital eingeschläfert: Abtransport des schwer verletzten Ponys Karioka.

Im Spital eingeschläfert: Abtransport des schwer verletzten Ponys Karioka. Bild: Mathias Bodenmüller

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Der 56-jährige Reitlehrer und Tierarzt Jörg Bodenmüller wird für den Tod von Pony Karioka mit einer bedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen à 100 Franken und einer Busse von 4000 Franken bestraft. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Die Busse muss er auf jeden Fall bezahlen, wie es bei der Urteilseröffnung hiess.

Verurteilt wurde Bodenmüllerwegen eines Vorfalls im Oktober 2007, als er seine Lehrtochter dazu anhielt, mit dem 11-jährigen Polo-Pony Karioka eine Longierstunde abzuhalten. Obwohl sich das Tier vehement gegen die Hilfszügel wehrte, die seinen Kopf fixierten, liess der Verurteilte diese noch enger schnallen.

Lehrtochter freigesprochen

So nahm er in Kauf, dass das Tier mehrmals das Gleichgewicht verlor und auf die Seite kippte, wodurch es sich den Schädel brach. Die Stute wurde noch am gleichen Abend in der Zürcher Tierklinik eingeschläfert.

Die Lehrtochter, welche die Anweisungen ausführte, wurde vom Vorwurf des Verstosses gegen das Tierschutzgesetz vollumfänglich freigesprochen. Angeklagt worden ist der Tierarzt von Tieranwalt Antoine F. Goetschel. (ep/sda)

Erstellt: 17.09.2010, 14:07 Uhr

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