Raserverdacht: U-Haft für BMW-Unfallfahrer von Dietikon beantragt

Der 20-Jährige wird verdächtigt, vor der Kollision stark beschleunigt zu haben. Auch gegen den Beifahrer und den Mieter des Fahrzeugs wird ermittelt.

Der BMW des Unfallverursachers (rechts) und der vollständig demolierte Ford der korrekt entgegenfahrenden Frau. Bild: Kantonspolizei Zürich

Der BMW des Unfallverursachers (rechts) und der vollständig demolierte Ford der korrekt entgegenfahrenden Frau. Bild: Kantonspolizei Zürich

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Einige Tage später zeichnet sich ein Bild ab, das für die Staatsanwaltschaft einen Schluss nahelegt: Raserei. Aus diesem Grund hat sie für den Lenker des 600-PS-BMW, der am Samstagabend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat und heftig mit einem korrekt entgegenkommen Fahrzeug kollidiert ist, Untersuchungshaft beantragt.

«Unfallfotos zeigen Deformationen aufgrund von Kräften, die auf ein hohes Tempo schliessen lassen.»  Michael Huwiler, Staatsanwalt

Dies teilte Staatsanwalt Michael Huwiler heute Mittwoch mit. Es bestehe der dringende Verdacht, dass der 20-jährige Lenker den Personenwagen vor dem Unfall massiv beschleunigte und mit übersetzter Geschwindigkeit lenkte; was den Rasertatbestand erfüllte. Diesen Schluss legten einerseits die Befragungen nahe, präzisiert Huwiler, andererseits zeigten erste Auswertungen der Unfallfotos «Deformationen aufgrund von Kräften, die auf ein hohes Tempo schliessen lassen».

Beim Unfall wurden eine 42-jährige Mutter und ihre 4-jährige Tochter schwer verletzt. Der Lenker und sein Beifahrer trugen leichte Verletzungen davon.

Welche Daten liegen vor?

Der 20-jährige Lenker fuhr beim Unfall ein von einem Kollegen ausgeliehenes Auto – das dieser wiederum beim Besitzer gemietet hatte. Gegen den Mieter und den Beifahrer laufen ebenfalls Verfahren. Dabei geht es um die Vorwürfe wegen Unterlassung von Nothilfe sowie Irreführung der Rechtspflege.

Da es sich beim BMW des Unfallverursachers um ein neueres Modell handelt, werden zahlreiche Daten erfasst. Ob diese Daten bei den Ermittlungen zur Verfügung stehen, sei Gegenstand von Abklärungen, sagt Huwiler. Das hänge auch davon ab, ob der Hersteller bereit sei, diese herauszugeben. Dies könnte etwa klären, ob beim Unfall das elektronisches Stabilitätsprogramm ausgeschaltet war. Darauf gibt es laut Huwiler jedoch keine Hinweise. (bra)

Erstellt: 09.10.2019, 15:07 Uhr

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