Über 7600 fordern ein sicheres Velonetz

Nach dem tödlichen Velounfall beim HB unterzeichneten Tausende eine Petition für bessere Velowege. Obwohl die Unterschriften nicht verbindlich sind, werden sie kurz vor den Wahlen entgegen genommen.

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Am 15. Januar findet nicht nur eine reguläre Sitzung im Rathaus von Zürich statt. Bevor der Gemeinderat tagt, werden die Stadträte Ruth Genner (Grüne) und Richard Wolff (AL) auf der Strasse offiziell eine Petition entgegennehmen, welche in wenigen Monaten von über 7600 Personen unterzeichnet worden ist.

Die Unterzeichner fordern, dass das Velonetz der Stadt Zürich schneller ausgebaut und sicherer gemacht wird, als dies der Masterplan Velo vorsieht. Dieser Plan hat einen Horizont bis 2025.

Gestartet worden ist die Petition, nachdem im September 2013 ein Velofahrer in der Unterführung beim Hauptbahnhof tödlich verunglückt war. Er war mit einem Lastwagen zusammengeprallt.

Daraufhin eröffnete Petitionär Tobias Zehnder eine Onlinepetition. Diese wurde bis am Dienstagmittag von über 7610 Personen signiert – allerdings ohne rechtsgültige Unterschrift. Die Petition kommt also ohne die üblichen Signaturen auf Papierbögen daher.

Sechs Monate Zeit

Trotzdem werden Tiefbauvorsteherin Genner und Polizeivorsteher Wolff die Petition entgegennehmen und gleich behandeln wie eine herkömmliche, wie Genners Sprecher Pio Sulzer auf Anfrage bestätigt. «Das heisst, nach der Entgegennahme arbeiten wir innerhalb von sechs Monaten eine Antwort aus.»

Zehnder erwartet, dass die Politiker das «Anliegen eines grossen Teils der Bevölkerung ernst nehmen und aufzeigen, wie sie zu den Themen der Petition stehen und was sie unternehmen, um die Sicherheit der Velofahrer rasch und nachhaltig zu verbessern».

Inwieweit die Entgegennahme der Online-Petition politisches Kalkül ist, lässt sich schwer sagen. Während Genner bei den Stadtrats-Wahlen am 9. Februar nicht mehr antritt, kämpft Richard Wolff um den Verbleib in der Stadtregierung. Er wurde nach dem Rücktritt des FDP-Vertreters Martin Vollenwyder im April 2013 überraschend gewählt und erhielt das Polizeidepartement.

Kurz nach dem Tod des 35-jährigen Velofahrers gingen im Herbst Hunderte auf die Strasse, um seiner zu gedenken und für bessere Velowege zu demonstrieren. Beim Unfallort sind bis heute diverse Gegenstände deponiert, um an dessen Schicksal zu erinnern.

Erstellt: 07.01.2014, 14:29 Uhr

Ein Lastwagenfahrer erklärt, weshalb sein toter Winkel so gross ist. (Video: Noemi König, Jan Derrer)

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