Überfüllte Säle: Zivilstandsämter weichen auf den Bauernhof und in den Zoo aus

Weil immer grössere Gesellschaften zur Trauung geladen werden, bauen die Zivilstandsämter aus. Den Bund fürs Leben schliesst man neuerdings beim Bauern am Katzensee, in der Weinstube und im Zoo.

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Immer mehr Brautpaare wünschen sich, den ganzen Familien- und Freundeskreis zur zivilen Trauung einzuladen. Der Gemeinderat Regensdorf hat deshalb kürzlich zwei neue Traulokale suchen müssen, teilt er mit. Zehn Traulokale gibts im Kreiszivilstandsamt bereits, doch die traditionellen Lokale sind schlicht zu klein.

Gefunden haben die Behörden das Seeholz-Beizli auf dem Bauernhof der Familie Zollinger am Katzensee. Bei herrlicher Aussicht bietet es Platz für bis zu 40 Gäste. Wer es im Furttal noch etwas geselliger mag, kann in Zukunft bis zu 100 Leute ins Buchser Kirchgemeindehaus mitnehmen.

Kirchenverächter nehmen mehr Leute mit

Dass sich immer mehr Paare im grossen Stil im Zivilstandsamt trauen lassen möchten, merkt man auch in der Stadt Zürich. «Besonders jene, die nicht in der Kirche heiraten, kommen mit grösseren Gesellschaften», sagt Elisabeth Meier, die stellvertretende Leiterin des Stadtzürcher Amtes.

In Zürich entscheiden sich diese meistens für das Zunfthaus zur Waag, wo im grössten Saal bis zu 100 Personen Platz finden. Die Feiern im altehrwürdigen Haus am Münsterhof werden zunehmend von Live-Musik begleitet und dürfen auch mal etwas länger dauern.

Schummrige Keller und Affengeschrei

Die Stadt Zürich trägt dem Wunsch nach speziellen Ziviltrauungen seit längerem Rechnung. Sie entsendet ihre Zivilstandsbeamten auch in die Weinschenke im Keller des Hotel Hirschen, ein Gewölbe mit Holztischen, von Kerzenlicht erhellt.

Luftiger, aber auch lauter geht es im jüngsten externen Stadtzürcher Traulokal zu: Seit 2009 kann man sich im Masoala-Regenwald des Zoos das Jawort geben. Bei allzu grossen Gruppen funktioniere dies aber nicht, sagt Meier: Das zart gehauchte Wörtchen ist sonst in den hinteren Reihen nicht mehr zu hören. Es geht im Geschrei der Masoala-Besucher und -Bewohner unter. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.08.2013, 14:07 Uhr

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