Unfälle mit der Glattalbahn: «Die Häufung bereitet uns wirklich Sorgen»

Heute ereignete sich bereits der achte Unfall in wenigen Monaten auf der Strecke. Glattalbahn-Sprecherin Karin Faes sagt, was man gegen die Unfälle tut, die Verletzte und ein Todesopfer gefordert haben.

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Auf der Strecke der Glattalbahn gibt es Verletzte und Tote, es erwischt Passanten genauso wie jetzt einen Strassenarbeiter, einen Profi. Wo liegt das Problem?
Die Unfallursachen sind unterschiedlich. Doch in den Fällen, die die Kantonspolizei bereits abgeklärt hat, war es die Unaufmerksamkeit der Passanten und Autofahrer. Wir bedauern jeden dieser Vorfälle ausserordentlich. Zusammen mit der Polizei prüfen wir intensiv Massnahmen.

Sollte das nicht schneller gehen? Wie viel muss noch passieren, bevor Sie etwas tun?
Wie gesagt, wir arbeiten sehr intensiv daran. Noch diesen Sommer wird bei drei besonders heiklen Strassenkreuzungen das gesamte Trassee eingefärbt.

Wenn die Unaufmerksamkeit der Leute das Problem ist, müssten dann nicht auch bei Bus und Tram mehr Unfälle passieren?
Es passieren leider überall im Strassenverkehr Unfälle, dagegen sind auch die Trams der Glattalbahn nicht gefeit. Die Häufung bereitet uns wirklich Sorgen. Wir hoffen, dass der heute Morgen verletzte Mann bald wieder gesund ist.

Egal ob die Opfer eine Schuld trifft oder nicht: Die Glattalbahn ist in der Verantwortung. Wie schützen Sie die Leute?
Der Strassenverkehr ist ein Miteinander. Es gibt Gefahren, denen man mit gebotener Vorsicht vorbeugen kann. Darauf haben wir kürzlich mit einer Plakatkampagne entlang der Strecke aufmerksam gemacht.

Muss die Glattalbahn wieder lauter werden?
Die modernen, leisen Trams kommen den Anwohnern zugute. Ich denke, eine dauernde Lärmbelastung durch quietschende Fahrzeuge wünscht sich niemand.

Wenn der Lärm der Südstarts die Bahn übertönt: Würden Scheinwerfer am Tram etwas nützen?
Um die Aufmerksamkeit auf das herannahende Tram zu lenken, sind wir heute bereits mit eingeschaltetem Licht unterwegs.

Auf gewissen Abschnitten fährt die Glattalbahn bis zu 60 Stundenkilometer schnell und hat einen Bremsweg von 150 Metern. Ist es eine Option, in Zukunft langsamer zu fahren, mit allen Konsequenzen für den Fahrplan?
Die Höchstgeschwindigkeiten sind bei Trams auf separatem Fahrweg so üblich und bewilligt. Wir prüfen derzeit alle Möglichkeiten, Unfälle in Zukunft zu verhindern, auch diese. Wichtigste Unfallverhütungsmassnahme bleibt jedoch, sich im Strassenverkehr aufmerksam zu bewegen – besonders wenn man ein Tramgleis überquert.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.06.2013, 12:32 Uhr

Karin Faes, Mediensprecherin der Verkehrsbetriebe Glattal. (Bild: zvg)

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