Urnen im See: Untersuchung gegen Ludwig A. Minelli eingestellt

Im April 2010 wurden 67 Urnen aus dem Zürichsee geborgen. Es wird wohl nie geklärt werden, wer die Urnen im See versenkte und wessen sterbliche Überreste sich darin befanden.

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67 Menschen wurden im Zürichsee beigesetzt. Wer diese Menschen waren, wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren. Ebenso wenig dürfte bekannt werden, wer die Urnen im See versenkte. Die Untersuchungen in diesem Fall wurden vergangene Woche eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft heute Dienstag mitteilte.

Entdeckt wurden die Urnen im April dieses Jahres in Küsnacht. Dies stellte gleich in zweifacher Hinsicht einen Fall für die Staatsanwaltschaft dar: Sie klärte ab, ob «das Einbringen der Urnen in den See einen strafbaren Verstoss gegen das Gewässerschutzgesetz darstellte». Dabei wurde der Generalsekretär der Sterbehilfeorganisation Dignitas, Ludwig A. Minelli, polizeilich überprüft. Das Verfahren gegen ihn wurde mangels Beweisen eingestellt.

Urnen im Juli in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt

Geborgen haben die Urnen zwei Küsnachter Seeretter. Auch sie standen im Visier der Behörden. Die Staatsanwaltschaft überprüfte, ob sie «durch das Bergen der Urnen eine Störung des Totenfriedens» begangen haben. Dieser Tatbestand sei nicht erfüllt, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter.

Die Urnen wurden inzwischen alle geborgen. Am 7. Juli wurden sie im Rahmen einer überkonfessionellen Feier in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Küsnacht beigesetzt. (fsc)

Erstellt: 03.08.2010, 10:43 Uhr

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