Velo-Schnellstrasse durch Zürich-West

Freie Fahrt für Fahrradfahrer auf der Josefstrasse: Anwohner und linke Politiker fordern den ersten Velo-Highway in Zürich. Pro Velo will sogar Velobahnen in die Regionen.

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Wer in Zürich mit dem Velo unterwegs ist, kommt auf rund 340 km der Strassen und Wege «gut und sicher voran», heisst es auf der Homepage des städtischen Tiefbauamts. Gut und sicher genügt vielen aber nicht. Schnell und sicher, ist die Devise.

So fordert Christoph Gysi, Präsident der Vereinigung Kulturmeile Zürich-West, eine Veloschnellstrasse vom Zürcher Hauptbahnhof bis zum neuen Campus der Hochschule für Künste, auf der die Fahrradfahrer stets vortrittberechtigt wären.

Mit den Studenten kommen die Velos

«Wir haben viele Pendler, die mit dem Zug oder mit dem Auto ins Quartier kommen. Wir möchten aber auch ein urbanes Ausgangsvolk anlocken und das ist eben gerne mit dem Velo unterwegs», begründet er den Vorschlag. Auch ein Grossteil der Hochschulstudenten würde dereinst das Fahrrad benutzen, wenn die Schule den Betrieb im neuen Gebäude aufnimmt, ist Gysi überzeugt. «Diesem Umstand sollte man bei der Planung der Verkehrswege unbedingt bereits jetzt Rechnung tragen.»

Das Tiefbauamt habe bisher noch nicht viele Velowege im Bereich des Escher-Wyss-Platzes und Zürich-West festgelegt und verfüge über die nötigen Gelder für neue Fahrradrouten. «Das wäre eine Chance, neue Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, und solche Velobahnen funktionieren in anderen Ländern bereits bestens», so Gysi.

Postulat für Velobahn im Kreis 5

Er steht mit seiner Forderung nicht alleine da. Auch im Zürcher Gemeinderat wurde im vergangenen September bereits ein entsprechendes Postulat eingereicht. Matthias Probst (Grüne) und vier Mitunterzeichner fordern den Stadtrat darin auf, ein Konzept für eine Velo-Hauptachse im Kreis 5 zu erarbeiten. Die Josefstrasse solle durchgehend als Velobahn mit Dauervortritt markiert werden mit einem Lichtsignal an der Langstrasse, das die Querung lenken würde, so die Forderung.

Auch die Organisation Pro Velo Zürich will Veloschnellstrassen zum Thema ihrer Sommerkampagne machen. Allerdings reicht ihnen ein Velo-Highway bis zum neuen Campus nicht aus. «Wir wollen auch Schnellstrassen für Fahrradfahrer bis nach Wettingen und Baden, durch das Sihltal und das Glatttal und entlang der beiden Seeseiten. Das kostet nicht mehr als fünf Kilometer Autobahn», sagt Geschäftsführer Dave Durner auf Anfrage.

Im Februar folgt der Routenplan

Wo diese Veloschnellstrassen genau durchführen sollen, hat Pro Velo allerdings noch nicht im Detail ausgearbeitet. «Das Projekt ist noch in der Konzeptionsphase», so Durner. Um Kreuzungen mit anderen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden, sei es alledings sinnvoll, die Velorouten parallel zu bestehenden, durchgehenden Verkehrsstrecken zu planen, «beispielsweise entlang der Limmattalbahn.»

Bis Ende Februar will Pro Velo einen genauen Streckenplan ausarbeiten und bei den zuständigen Gemeinden konkrete Anträge stellen. Für Durner ist allerdings jetzt schon klar: «Ein Velo-Highway im Kreis 5 entlang der Josefstrasse und dann weiter auf der Pfingstweidstrasse macht auf jeden Fall Sinn.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.01.2012, 11:11 Uhr

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