«Vereinzelte Extremisten wollen, dass ich alles gratis abgebe»

Kostenpflichtige Aussicht: Weshalb sich Giusep Fry als grosszügig sieht und was die Besucher des Uetlibergs von der Gebühr für die Turmbesteigung halten.

Markige Worte auf dem Uto Kulm: Giusep Fry vermutet, Zürcher würden ihm als Bündner seinen Erfolg auf dem Uetliberg nicht gönnen.

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Heute Mittwoch stiegen nicht Wanderer auf den Uetliberg-Turm, sondern Handwerker aus Bern und Zürich. Sie trugen einen Automaten und ein Drehkreuz die Stufen hoch, denn künftig wird die Aussicht von der 30 Meter hohen Plattform kostenpflichtig. Die zwei Franken entrichten muss, wer weiter steigen will als bloss bis zur ersten Etage des Turms.

Turmbesitzer und Hotelier Giusep Fry lässt sich die neue Zahlstelle laut eigenen Angaben 30'000 Franken kosten. Er habe seit Jahren mit dem Gedanken gespielt, für den Turm eine Eintrittsgebühr zu verlangen. Nun sieht er sich dazu gezwungen, um die hohen Kosten für den Unterhalt finanzieren zu können, wie er vor Ort sagt.

Trotzdem sieht er sein Vorgehen auf dem Uetliberg als grosszügig an. Denn die von Wanderern, Touristen und Sportlern stark frequentierte Zone zwischen seinem Hotel und der Aussichtsplattform ist frei zugänglich. «Vorerst bleibt der Uetliberg gratis», wie Fry allerdings sagt.

Die Kiesfläche mit Bänken, Bäumen und Büschen gehört zu seinem Hotel, deshalb bezeichnet er sie als seinen Garten. In diesen lasse er jedermann gratis rein und entsorge sogar den Abfall. «Würden das all jene mit ihrem eigenen Boden tun, die an mir rumnörgeln und mich behindern?», fragt er.

Gmüetliberg muss warten

Wie schnell er seine Investition in die Zahlstelle auf dem Turm wieder drin hat, kann er nicht sagen. Genaue Besucherzahlen hat er nicht erhoben. «Ich hoffe, der Turm wird in diesem Jahr eine Million Besucher haben», sagt er und lacht. Dann fügt er an, er erwarte einige Tausend in diesem Sommer. Wer bei ihm einkehrt, der muss nichts für den Gang auf die oberste Plattform zahlen.

Weitere Veränderungen auf dem Uto Kulm habe der derzeit nicht vor. Vorerst bleibt der Uetliberg gratis, sagt Fry. Ebenfalls unverändert bleib das Restaurant Gmüetliberg bei der Bergstation der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU). Das Bauprojekt ist zwar bewilligt, doch laut Fry wartet er mit den Investitionen zu. Grund sind die Um- und Ausbauten des Hotels Uto Kulm. Einerseits musste er die illegalen Anbauten abreissen lassen, andererseits baute er in den bestehenden Gebäuden Räume aus und um.

Besucher auf dem Uetliberg sind ob der neuen Gebühr gespalten. Während es Alois Deli verstehen kann, dass man für einen privaten Turm etwas verlangt, wird Joel die zwei Franken nicht ausgeben. Er begnüge sich mit der Erinnerung an die Aussicht, die er die letzten Jahre geniessen durfte, wie er im Video sagt.

Erstellt: 01.07.2015, 17:08 Uhr

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