Verkehrsabgabe: Bezahlt wird später

Bisher landete die Rechnung für die Verkehrsabgabe Ende November im Briefkasten. Doch im Strassenverkehrsamt muss erst das Computersystem auf das neue Gesetz umgestellt werden.

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Das kommende Jahr bringt dem Kanton Zürich einige neue Gesetze. Eines davon ist das neue Verkehrsabgabegesetz, das per 1. Januar 2014 in Kraft sein wird. Und die Neuregelung hat bereits heute Auswirkungen auf die Fahrzeughalter: Die Rechnungen für die Verkehrsabgaben sind noch immer nicht verschickt worden.

Bisher hat das Zürcher Strassenverkehrsamt die Rechnungen jeweils so ausgesandt, dass sie noch vor Ende des laufenden Jahres beglichen werden konnten – also üblicherweise bis Ende November. Für das kommende Jahr werden sie nun ausnahmsweise erst ab Mitte Januar verschickt. «Unser Ziel ist, dass bis im Februar alle Fahrzeughalter ihre Rechnung erhalten haben», sagt Urs Grob, Pressesprecher der zuständigen Sicherheitsdirektion Kanton Zürich.

Umstrukturierungen kosten 650'000 Franken

Die Gründe für diese Verzögerungen liegen in der Technik. «Wir mussten unser Computersystem dem neuen Verkehrsabgabegesetz anpassen», so Grob. Diese Umstrukturierung sei angesichts der Tatsache, dass für jedes Fahrzeug im Kanton Zürich eine Rechnung versandt werden müsse, keine triviale Angelegenheit. «Es ist nicht möglich, zwei Rechnungssysteme parallel aufzuschalten. Daher müssen wir bis Anfang 2014 damit warten, das neue System hochzufahren.»

Die Kosten für die technische Umstrukturierung belaufen sich auf 650'000 Franken. Dass die Einzahlungen mit einem Monat Verspätung eingehen, ist für die weiteren Abläufe nicht relevant. «Die Verkehrsabgaben werden dem Strassenfonds wie üblich pro Kalenderjahr gutgeschrieben», erklärt Grob.

Bonus für Energieeffizienz auch rückwirkend gültig

Mit dem neuen Gesetz werden die Abgaben für schwere und hubraumstarke Personen- und Lieferwagen erhöht. Gleichzeitig gibt es ein Rabattsystem für neu gekaufte Personenwagen mit kleinem Hubraum und einer energieeffizienten Fahrzeugtechnik.

Die Personenwagen werden vom Bund in die Kategorien A (sehr energieeffizient) bis G (tiefe Energieeffizienz) eingeteilt. Sie gelten als Grundlage zur Berechnung der jeweiligen Boni. «Wer beispielsweise im kommenden Jahr ein Auto der Kategorie A kauft, bekommt dafür im laufenden und den drei Folgejahren einen Rabatt von 80 Prozent auf die Verkehrsabgaben. In der Kategorie B sind es noch immer 50 Prozent», sagt Grob. In beiden Fällen dürfen die Fahrzeuge aber höchstens 130 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenen Kilometer ausstossen.

Auch wer vor Inkrafttreten der neuen Verkehrsabgaberegelungen ein energieeffizientes Auto gekauft hat, erhält aufgrund einer Übergangsbestimmung während der Restlaufzeit der Rabattdauer einen Bonus. «Ab 2014 neu gekaufte Lieferwagen mit neustem geltenden Emissionscode und einem Kohlendioxidausstoss von höchstens 250 Gramm erhalten eine auf drei Jahre befristete Ermässigung von 50 Prozent auf die Verkehrsabgaben, sofern die Fahrzeuge vorwiegend gewerbsmässig genutzt werden», fügt Grob hinzu. Die Inhaber dieser Fahrzeuge müssen sich nicht selbst um eine Ermässigung bemühen: Das neue Computersystem gewährt die Rabatte jeweils automatisch.

Keine Ausnahmen für Camper

Das neue Gesetz gilt auch für die Wohnmobile im Kanton. Das Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde des TCS-Camping-Clubs Zürich gegen die neue Verordnung abgewiesen, die eine Ausnahmeregelung für Wohnmobile mit Wechselschildern verlangte. Der TCS-Camping-Club verzichtet auf einen Weiterzug des Entscheids ans Bundesgericht, wie Präsident Hans-Ulrich Etter gegenüber der NZZ sagt. Die Camper müssen nun mit happigen Tariferhöhungen rechnen.

Erstellt: 16.12.2013, 14:04 Uhr

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